Unter der Schlagzeile Huber hat »Energie und Kopf«, Niederberger ist mittendrin im Wahlkampf erschien am Samstag, den 21.02.2026 im Berchtesgadener Anzeiger ein Bericht über den Politischen Aschermittwoch der SPD in Berchtesgaden mit einem Schwerpunkt auf der Rede des 53-jährigen sozialdemokratischen Landratskandidaten Roman Niederberger.
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/berchtesgaden_artikel,-huber-hat-energie-und-kopf-niederberger-ist-mittendrin-im-wahlkampf-_arid,982607.html
Unter einer anderen Überschrift - „Demokratie ist kein Zuschauersport“ war am 23.02.2026 im Reichenhaller Tagblatt dieser Beitrag von der gleichen Redakteurin mit dem gleichen Inhalt abgedruckt … bis auf eine kleine Änderung im letzten Absatz.
Stellt sich die Frage, warum es für den von einer Redakteurin des Berchtesgadener Anzeigers verfassten Beitrag zwei Versionen gibt: eine für den Berchtesgadener Talkessel und eine für die Leute von draußen.
Liegt es daran,
- dass jenseits des Hallthurm Passes (lt. Wikipedia ein 693 m ü. NHN hoher bayerischer Pass) die Einschätzung, dass eine SPD-Zugehörigkeit nicht unbedingt förderlich für eine politische Karriere ist, nicht zutrifft oder zumindest nicht publik gemacht werden sollte,
oder
- dass gewisse lokalpolitische Interna nur im Berchtesgadener Talkessel bekannt sind, wie z.B. dass der erste von Josef Angerer zur Bürgermeisterwahl in Bischofswiesen verteilte Flyer keinerlei Hinweis auf eine SPD-Bürgerliste enthält
oder
- dass in einen Interview, das der Berchtesgadener Anzeiger mit Josef Angerer geführt hat, am 24.02.2026 zu lesen ist:
Vor einigen Jahren legte er jedoch sein Parteibuch nieder, […] weshalb er nun parteilos für die SPD-Bürgerliste kandidiert.
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-im-dritten-anlauf-soll-es-klappen-josef-angerer-will-buergermeister-werden-_arid,983056.html
oder
- dass das Reichenhaller Tagblatt seit 2014 zum Verlag Passauer neue Presse gehört.
Die Mediengruppe Bayern aus Passau hat den Verlag hinter dem „Fränkischen Tag“ geschluckt. Seitdem wird der Konzern demontiert: Es gibt Kündigungen, Klagen und Frust. Die Redaktion ist bislang verschont geblieben. […]
Ganze Sparten samt Stellenportal, KI-Abteilung und Marketing werden dichtgemacht. Auch die Konzernverwaltung mit Personalabteilung, Finanzen, IT, Werkstatt und Kantine wird abgewickelt. „Ballast abwerfen“, nennt das jemand, der seinen Job schon bald los ist. […]
Seit die Juristin Simone Tucci-Diekmann, Jahrgang 1973, den Verlag hinter der Passauer Neuen Presse im Jahr 2009 gemeinsam mit ihrem Bruder Alexander Diekmann übernommen hat, ist ein rasanter Expansionskurs in Gang: 2012 kauften sie das Trostberger Tagblatt, 2014 das Reichenhaller Tagblatt und den Freilassinger Anzeiger, 2016 den Ingolstädter Donaukurier. 2021 übernahmen sie die Mittelbayerische Zeitung in Regensburg.
https://www.sueddeutsche.de/bayern/presse-zeitungen-fusion-bamberg-passau-fraenkischer-tag-kritik-kuendigungen-tucci-diekmann-aerger-li.3493187