Wem gehört(e) die Klinik
oder: Für die Öffentlickeit relevante Faktoren

Geschichte der KLINIK IN DER STANGASS
BGL
Author

Gerd Welzl

Published

December 31, 2023

Achtung - Hinweis für den 1.6.2026: Seit genau 30 Jahren steht die KLINIK IN DER STANGGASS BERCHTESGADEN still und verfällt zunehmend.

Zur Geschichte der KLINIK IN DER STANGGASS BERCHTESGADEN (so die im Dezember 2023 noch zu lesende Inschrift am Eingangstor des verfallenden Gebäudes) gibt es viele informative Berichte aber auch etliche Dunkelstellen.

Eingang zur KLINIK IN DER STANGGASS BERCHTESGADEN im Dezember 2023

Im folgenden soll versucht werden, einen zeitlichen Ablauf der Geschehnisse um die Klinik - insbesondere die Besitzverhältnisse - darzustellen. Bei ausschließlicher Verwendung von im Internet abrufbaren Daten ergibt sich eine zusätzliche Schwierigkeit dadurch, dass Internetseiten häufig verändert und Daten gelöscht werden und daher nur jeweils eine Momentaufnahme darstellen können (alle folgenden Links waren im Dezember 2023 abrufbar). Es wurden keinerlei weitere Recherchen durchgeführt (Archiv, Interviews, etc.).

1 Zur Geschichte der Klinik in der Stangaß bis 2012

Zunächst einige ältere Informationen unter Verwendung teilweise widersprüchlicher Angaben aus WIKIPEDIA bzw. bgl.wiki:

Am 6.05.1938 wurde auf Anordnung von Reichskanzler Hitler mit dem Bau eines der Bedeutung des Landes entsprechenden neuen Krankenhauses in der Stanggaß begonnen. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt übernahm die Kosten und stellte das Personal, die Marktgemeinde Berchtesgaden wurde der Besitzer und Träger der Klinik. Da die Eröffnung erst am 13.06.1942 stattfand, wurde die Klinik unter dem Namen Dietrich-Eckart-Krankenhaus gleich als Lazarett der Wehrmacht für Kriegsgeschädigte genutzt.

Nach dem Krieg wurde der Freistaat Bayern der neue Eigentümer und betrieb es unter den Bezeichnungen Neues Krankenhaus, später Versorgungskrankenhaus für Lungenkranke. Die Betreibung bis 1988 wird in WIPEDIA und bgl.wiki unterschiedlich beschrieben. Klar sein dürfte der Verkauf an Senator Gratzl im Jahr 1988.

Aus einer Antwort des Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit:

Die Kurklinik in der Stanggaß in Berchtesgaden wurde bis zum 1. Juli 1988 vom Freistaat Bayern als Kurklinik für Kriegsopfer geführt. Infolge des ständigen Rückganges der Zahl der Kriegsopfer war eine wirtschaftliche Auslastung der Klinik seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr gewährleistet.
Die Kurklinik wurde deshalb im August 1986 öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Dabei wurde zur Auflage gemacht, daß das Objekt als Klinik weiterzuführen und das Personal zu übernehmen ist. Im Juni 1988 wurde das Objekt an Herrn Senator Gratzl als Meistbietenden veräußert. Der erzielte Veräußerungserlös entsprach dem Verkehrswert des Anwesens.
https://www.juramagazin.de/233741.html

Senator Gratzl betrieb die Klinik bis zum 1.01.1994, danach die Kursamed GmbH bis zur Insolvenz am 31.05.1996. Seitdem stehen die Gebäude leer und verfallen.

2002 ersteigerte die Firma Theis-Reisen-GmbH das Gebäude, am 29.09.2003 erwarb es die ALBA Hotelinvestment GmbH, die sieben Jahre später die Klinik in ein 4-Sterne-Ressorthotel mit Wellnesseinrichtungen und betreuten Wohnen umbauen wollte. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand der Nachbarn. Daraufhin kauften um 2014 der Projektentwickler Martin Harlander aus St. Johann und der Bauunternehmer Peter Kreuzberger aus Salzburg das Gelände.

2 Zur Geschichte der Klinik in der Stangaß von 2012 bis 2017

Die Entwicklung seit 2012 ist dadurch geprägt, dass es bei den Planungen für evtluelle Neubauten nicht nur um die ehemalige Klinik, sondern auch um den Kauf, Abriss und Neubau des in der Nachbarschaft gelegenen Geländes des ehmaligen Hotel Geiger ging. Diese Phase soll beschrieben werden im wesentlichen durch im Berchtesgadener Anzeiger erschienene Zeitungsartikel zu diesem Thema mit der Original-Schlagzeile und der Original-Unterüberschrift, sowie meist nur leicht gekürzten Beiträgen.

2.1 Berchtesgadener Anzeiger 2012: Hotel Geiger vor dem Verkauf

»Ich habe mich vertraglich an eine namhafte Investorengruppe gebunden«, so Geiger. »Eine Investorengruppe, die Zeichen setzt«. Geigers Aussagen klingen vielversprechend, Namen nennen darf er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine. Bei den Investoren soll es sich um ein Konsortium deutscher und europäischer Investoren handeln, die weltweit Projekte geplant und erfolgreich umgesetzt haben.
(Berchtesgadener Anzeiger, 8.11.2012)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-hotel-geiger-vor-dem-verkauf-_arid,25371.html

Der Verkauf sei noch nicht über die Bühne gegangen, allerdings sollen alle vertraglichen Details inklusive behördlicher Abwicklung im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. »Wir müssen noch eine Menge Hausaufgaben machen, wir befinden uns aber auf einem guten Weg«, so Geiger, der inzwischen in der Nähe von Kiel wohnt und arbeitet. Das Hotel »Geiger«, wie es sich momentan zeigt, steht zwar unter Denkmalschutz. Doch sei die Bausubstanz so schlecht, dass nichts anderes als ein Abriss möglich erscheint, meint der ehemalige Hotelier. […]
Trotz Denkmalschutz, der laut Stefan Geiger besteht, liege eine Abrissgenehmigung des Landratsamts Berchtesgadener Land für das Hotel vor. Der Landrat habe diese bereits in der Vergangenheit erteilt, als es schon einmal um einen eventuellen Verkauf ging. Über konkrete Pläne kann Stefan Geiger zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen, er verrät nur so viel, dass es der Plan sei, ein »sehr luxuriöses Hotel« in der Stanggaß zu verwirklichen.
Seitens der Sparkasse Berchtesgadener Land waren keine näheren Details zu erfahren. »Wir unterliegen dem Bankgeheimnis und können daher das Thema nicht kommentieren«, so Sprecherin Theresia Eschlberger. Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer sagte gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«, dass er die Pläne der Investoren begrüße. Bereits vor einigen Monaten habe sich ein Investoren-Vertreter mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt. Damals wurden wenig konkrete Entwicklungskonzepte vorgestellt, die sich in den kommenden Monaten konkretisieren werden. Auch Altkofer bestätigt, dass es sich bei dem geplanten Hotel um ein Haus der höchsten Kategorie handeln soll. Die Lage in der Stanggaß für ein solches Projekt sei fantastisch.

2.2 Berchtesgadener Anzeiger 2013: Vom Bahnhof bis zum Wohnungsbau

Die Bürger und Bürgerinnen von Anfang an in die Planungen einzubeziehen, ist eines der wichtigsten Ziele des Flächennutzungsplanes, den die fünf Gemeinden im inneren Landkreis derzeit entwerfen. Am Donnerstagabend [24.01.2013] fand in Bischofswiesen eine Bürgerversammlung zum Thema statt. Im Brennerbräu stellte der beauftragte Planer Wolf Steinert den momentanen Stand dar.
(Berchtesgadener Anzeiger, 26.01.2013)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-vom-bahnhof-bis-zum-wohnungsbau-_arid,41940.html

Einleitend machte Bürgermeister Toni Altkofer klar, was mit dem Flächennutzungsplan beabsichtigt werde und was nicht. »Wir definieren damit die städtebaulichen Entwicklungsziele unserer Gemeinde für die nächsten 15 bis 20 Jahre, auch im Hinblick auf die Förderung unserer Landschaft und des Tourismus.« […]
Es sei ihm wichtig, dass die Bürger an der Ausarbeitung des Flächennutzungsplanes beteiligt werden, hob Planer Wolf Steinert hervor. »Ich bin froh und dankbar über jede Anregung und jeden Leserbrief.« […]
Nach eingehender Prüfung der einzelnen Ortsteile kommen für das Planungsbüro Steinert in Bischofswiesen sieben bis acht Hektar mögliche Entwicklungsfläche für Wohnen in Betracht, unter anderem am Stangerfeld, am Roßpoint oder am westlichen Klausgraben. Für weitere Gewerbeentwicklung ermittelte man am Pfaffenfeld, am Schießplatz Böcklmühle und beim Sondergebiet Hotel Geiger weitere drei bis vier Hektar.

2.3 Berchtesgadener Anzeiger 2014

2.3.1 Bald Urlaub in Stanggaßer Luxus-Oase

Luxussuiten in Chalets, spektakuläre Alpenterrasse mit Außenkaminen und Lounges inklusive Blick zum Watzmann, mehrere Außenpools und Wasserlandschaften, auf denen man im Winter Schlittschuh laufen kann, hauseigene Bibliothek, historisches Musikzimmer und großzügiger Spa-Bereich – es klingt wie ein Märchen, was in den nächsten drei bis vier Jahren in der Stanggaß entstehen könnte. Die Regent Hotelgruppe plant auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels »Geiger« ein »exklusives Hotel mit internationaler Ausstrahlung«. Dabei will man mit den neuen Eigentümern des nicht weit entfernten Kurklinik-Grundstücks, wo ebenfalls Hoteleinrichtungen vorgesehen sind, kooperieren. Ihre Idee stellten die potenziellen Investoren den Bischofswieser Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstag [21.01.2014] vor. Wenngleich noch kein Beschluss zu fassen war, so zeigten sich die Kommunalpolitiker schon einmal sehr angetan von dieser ersten Präsentation.
(Berchtesgadener Anzeiger, 23.01.2014)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-bald-urlaub-in-stanggasser-luxusoase-_arid,114512.html

René Wilms ist Direktor der Regent-Geschäftsfeldentwicklung in Europa und schließt in diesen Wochen nach vierjähriger Planungs- und Bauphase ein Hotelbauprojekt in Montenegro ab. Seit rund zwei Jahren sieht sich der Berliner in Berchtesgaden und der Region um und prüft die Voraussetzungen für den Bau eines weiteren Regent-Hotels. Auch Ralf Ohletz Count von Plettenberg, Präsident von Regent Hotels and Resorts, ist regelmäßig in Berchtesgaden. Die beiden haben bereits vor einiger Zeit den Standort des ehemaligen Hotels »Geiger« ins Auge gefasst, wo sie ein Projekt entwickeln wollen, das denen an Luxusstandorten rund um die Welt in nichts nachsteht. Mit der Regent-Zentrale in Taiwan werden es vor allem gut betuchte Asiaten sein, die in der Stanggaß ihren Urlaub verbringen. […]
René Wilms war am Dienstag zusammen mit dem Projektentwickler Martin Harlander aus St. Johann und dem Salzburger Bauunternehmer Peter Kreuzberger zur Gemeinderatssitzung gekommen, um die Pläne vorzustellen. Harlander ist im Berchtesgadener Land als Gesellschafter des Schönauer Heizkraftwerks (Bioenergie Berchtesgadener Land GmbH) bekannt, außerdem ist er mit Kreuzberger Gesellschafter der Bayern Wohnbau GmbH mit Sitz in Schönau am Königssee. Die beiden haben kürzlich das Gelände der ehemaligen Kurklinik Stanggaß erworben und wollen jetzt mit den Planern des Regent-Hotels auf dem »Geiger«-Grundstück kooperieren. Auf dem ehemaligen Kurklinik-Gelände könnten Betriebsgebäude, eine Klinik, Wellness-Einrichtungen und Personalwohnungen für das Regent-Hotel sowie Wohnungen entstehen. »Wir wollen die beiden Standorte Geiger und Kurklinik gemeinsam abwickeln und Synergien nutzen«, so Harlander bei der Projektvorstellung.
Ein 15-minütiger Imagefilm, den René Wilms den Volksvertretern und zahlreichen Zuschauern vorstellte, zeigte in groben Zügen, was in der Stanggaß in den nächsten drei bis vier Jahren realisiert werden könnte. Das Hotel soll den neuesten internationalen Standards und nach dem Motto »Green Eco« auch allen ökologischen Anforderungen entsprechen. Jedes Regent Hotel zählt zu den führenden Häusern der Welt – und das soll auch die Vorgabe für das Ressort in der Stanggaß sein. Sämtliche Ausstattungsteile wie Möbel und Accessoires sollen eigens für dieses Hotel kreiert werden, die Gastronomie wird höchstes Niveau erreichen. Beim Bau sollen historische Materialen wie altes Holz mit moderner Architektur kombiniert werden. »Wir wollen hier nichts Schweres schaffen, sondern denken an Chaletbauweise und Architektur mit Türmen«, so René Wilms. Der deutete an, dass man auf die Nachbarn Rücksicht nehmen wolle. So will man auf dem Kurklinik-Gelände nur da bauen, wo auch jetzt schon Gebäude stehen. »Was jetzt frei ist, wird auch frei bleiben«, versicherte Wilms.
Auf dem »Geiger«-Grundstück wird die Einfahrt vermutlich da bleiben, wo sie jetzt ist. Allerdings scheint es möglich, dass der Investor die unterhalb liegende Staatsstraße überbauen will, um mehr Platz für das Hotelgelände zu schaffen. Nähere Pläne stellte Wilms dazu aber nicht vor, zumal es auch zu den geplanten Hotelbauten noch keine Detailpläne gibt. Doch eines weiß Wilms, der als Gast zumeist im Hotel »Edelweiß« absteigt, über das er sich sehr lobend äußerte: »Wir werden internationaler sein als das ›Edelweiß‹ und werden auch preislich darüber liegen«. Vor allem den »kultivierten Touristen aus Asien« müsse man etwas ganz Besonderes bieten. »Die wollen kein Remmidemmi, die wollen lieber ihre Ruhe«.
Ausschließlich positive Äußerungen gab es in der anschließenden Diskussion. Hans Metzenleitner (SPD) ist nach eigenen Worten »leicht optimistisch«, dass aus den Plänen Realität werden könnte. Er bescheinigte den Investoren ein »hohes Maß an Transparenz«. Thomas Resch (Freie Wähler) gefiel es, dass bei der Architektur historisches Baumaterial verwendet werde, »das sieht ja teilweise aus wie im alten Geiger«. Für Oliver Schmidt (CSU) entsprechen die Pläne »genau dem, was man sich im Gemeinderat seit Langem vorgestellt hat«. Und Bernhard Heitauer (CSU) lobte das Versprechen, dass keine neuen Flächen überbaut würden. Der 2. Bürgermeister: »Ich hoffe, dass die Projektanten auch die Nachbarn ins Boot holen.«
Auch Brigitte Kurz (SPD) äußerte sich positiv zu den Plänen. Sie hält es aber für notwendig, dass es vor einer Abstimmung noch einen weiteren Infotermin im Gemeinderat gibt. »Klasse statt Masse« – mit diesen Worten formulierte Paul Grafwallner (UBB) seinen Eindruck und sprach sich für eine konstruktive Begleitung dieses Projekts aus. Seine Bitte an die Investoren war, ein Modell inklusive Nachbarbebauung vorzulegen. Dann könnten sich auch die Nachbarn ein besseres Bild von den Plänen machen. Das sicherte René Wilms zu.

2.3.2 Grünes Licht für Sondergebiet

In Anwesenheit des neuen Grundstückseigentümers wurde in der Bischofswiesener Gemeinderatssitzung am Dienstag [21.01.2014] über die Umwidmung des Gebietes der ehemaligen Kurklinik in der Stanggaß diskutiert. Der vorliegende Antrag sah vor, das Gebiet in ein Sondergebiet »Hotel, Klinik und Wohnen« umzuwidmen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 20.02.2014)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-gruenes-licht-fuer-sondergebiet-_arid,120280.html

Bürgermeister Toni Altkofer erklärte dazu auf Nachfrage, dass »Wohnen« in diesem Fall nicht nur einen möglichen Hotelbau bedeute. Auf Nachfrage von Brigitte Kurz von der SPD-Fraktion erklärte jedoch Steinert vom Planungsbüro Steinert, der an der Erstellung des neuen Flächennutzungsplanes für Bischofswiesen beteiligt ist, dass auf dem Gebiet keine Wohnnutzung »im Sinne von Wohnen« geplant sei, sondern gewerbliches Wohnen, also ein Hotel, eine Wellnessanlage oder Ähnliches. Kurz sah die Gefahr, dass auf dem Gebiet nur teilweise eine Hotelbebauung komme, wie sie von der Gemeinde angestrebt werde. Sie plädierte für die Verschiebung der Abstimmung, um einen Schnellschuss zu vermeiden. Ihr Fraktionskollege Josef Angerer ergänzte hierzu, es sei nun zuerst der neue Eigentümer gefragt, der Gemeinde seine Pläne vorzustellen. Auch Paul Grafwallner von der UBB hielt die Abstimmung für verfrüht und verlangte, dass dem Gemeinderat eine schriftliche Begründung der Änderungspläne vorgelegt werde. Thomas Resch von den Freien Wählern hielt dem entgegen, dass der Flächennutzungsplan noch kein Baurecht schaffe, die Gemeinde also die Entscheidungsgewalt darüber, was letztlich auf dem Grundstück gebaut werde, nicht aus der Hand gebe. Die Mehrheit aus den Fraktionen von CSU und Freien Wählern lehnte den Geschäftsordnungsantrag der SPD, die Abstimmung zu vertagen, ab und stimmte der Umwidmung in ein Sondergebiet »Hotel, Klinik und Wohnen« zu.

2.4 Berchtesgadener Anzeiger 2015: Luxusurlaub in der Stanggaß auf dem besten Weg

Luxusurlaub in der Stanggaß für gut betuchte Touristen aus aller Welt – das könnte schon ab den Jahren 2018/2019 Realität werden. Die Regent Hotelgruppe bekräftigte am Dienstag - [21.07.2015] eineinhalb Jahre nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Bischofswieser Gemeinderat – vor dem Lokalparlament und rund 60 Zuschauern ihre Absicht, auf dem Gelände des ehemaligen Hotels »Geiger« und im Bereich der ehemaligen Kurklinik Hotels der oberen Kategorie zu errichten und zu betreiben. Das kam bei den Gemeinderäten aller Fraktionen gut an – und so leitete man auch einstimmig die Verfahren zur Aufstellung von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen ein.
(Berchtesgadener Anzeiger, 23.07.2015)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-luxusurlaub-in-der-stanggass-auf-dem-besten-weg-_arid,219006.html

Dicht gedrängt standen die Zuschauer – darunter viele Nachbarn der künftigen Hotels – im Sitzungssaal und lauschten den Ausführungen von René Wilms, Direktor der Regent-Geschäftsfeldentwicklung in Europa. Der Berliner konnte dem Publikum und den Lokalpolitikern einige seiner erfolgreichen Hotelprojekte der letzten Jahre präsentieren – und tat dies auch ausführlich. Jüngstes Vorzeigeobjekt, das Wilms maßgeblich auf den Weg gebracht hatte, war das Hotelbauprojekt in Montenegro.
Berchtesgaden soll den international hoch angesehenen Regent-Hotels aber in keiner Weise nachstehen. Und so ziehen René Wilms sowie Ralf Ohletz Count von Plettenberg, Präsident von Regent Hotels and Resorts, seit über zwei Jahren in Berchtesgaden die Fäden. […] Es war ein Glücksfall, als man von der benachbarten, seit Jahrzehnten brach liegenden Kurklinik erfuhr. Dort war die Alba Investment GmbH mit einem Projekt vor allem an den massiven Widerständen der Nachbarschaft gescheitert. Das Gelände hatten dann der Projektentwickler Martin Harlander aus St. Johann und der Salzburger Bauunternehmer Peter Kreuzberger erworben. […] Die beiden wollen nun mit den Planern des Regent-Hotels kooperieren.
Auf dem ehemaligen Kurklinikgelände könnten mehrere sogenannte Palais, Einzelbauten mit luxuriösen Suiten und separaten Wellness- und Gesundheitseinrichtungen, Betriebsgebäude und Personalwohnungen entstehen. Die Palais sollen unterirdisch mit dem Hauptbau verbunden werden. Der wird zwar völlig neu gebaut werden, soll sich aber an den Grundrissen der jetzigen Kurklinik orientieren. […] Viele Gedanken haben sich die Planer gemacht, wie auf dem Gelände des Hotels »Geiger« das Raumprogramm mit seinen Chalets, 80 Hotelzimmern sowie Innen- und Außenschwimmbädern am besten umzusetzen ist. Nach derzeitigem Stand soll die Zufahrt ähnlich wie bisher angelegt werden. Der Gast betritt dann einen spektakulären Innenhof, laut René Wilms »ähnlich wie der Kreuzgang im Berchtesgadener Schloß«. Dann betritt man die eigentliche Hotelhalle »mit fantastischem Ausblick zum Watzmann«.

„Kreuzgang im Berchtesgadener Schloß”

Keinen Zweifel hat René Wilms, dass es genügend Leute gibt, die sich eine Übernachtung für 500 Euro oder eine Suite für 4000 Euro leisten können. »Es gibt gar nicht so wenige Personen, die für einen Urlaubsaufenthalt sechsmal so viel zahlen wie ich«, sagte Wilms. Er denkt dabei vor allem an reiche Asiaten, denn Sitz der Regent Hotelgruppe ist in Taiwan.
Die Betreiber erhoffen sich unter anderem prominente Übernachtungsgäste, welche die Salzburger Festspiele besuchen. »Das Hotel soll zu einem der führenden im gesamten Alpenraum werden«, erklärte René Wilms. Der hofft, dass bereits Ende nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden könnte. Dann wäre eine Eröffnung in den Jahren 2018 oder 2019 möglich.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklung zeigten sich Bürgermeister Thomas Weber und die Gemeinderäte in der anschließenden Diskussion froh darüber, dass aus den Plänen der Alba Invest GmbH nichts geworden ist. Hans Metzenleitner (SPD) sprach von »vorsichtigem Optimismus«, schließlich habe die Gemeinde eine touristische Aufwertung bitter nötig. »Die Gemeinderäte der letzten Jahre haben gut daran getan, an einer touristischen Nutzung für das Geiger-Grundstück festzuhalten«, sagte Metzenleitner.
Einen »positiven Eindruck« vom Projekt hatte FW-Sprecher Thomas Resch, dem die asiatisch-arabischen Einflüsse im neuen Hotel gut gefielen. Dagegen erwähnte Paul Grafwallner (UBB) die gute Raumplanung bei dem Projekt, die sehr flächenschonend sei. Im Gegensatz zum früheren Kurklinikprojekt drohe den Investoren diesmal kein Gegenwind, zumal sie Transparenz versprochen und die Nachbarn ins Boot geholt hätten. Auch Michael Sturm von den Grünen hatte nichts einzuwenden. Für ihn ist wichtig, dass Investor und Betreiber dieselbe Gesellschaft sind.
CSU-Sprecher Bernhard Heitauer erhofft sich eine touristische Renaissance der Stanggaß durch das Hotelprojekt. Außerdem werde die ganze Region davon profitieren. »Begeistert« ist laut Sepp Angerer auch die SPD von den Hotelplänen. Angerer freute sich auch darüber, dass René Wilms bereits für diesen Herbst die Präsentation eines Modells angekündigt habe. »Das ist wichtig wegen der Höhenlinien.«
Die Beschlüsse zur Aufstellung der Bebauungspläne für die beiden Hotelstandorte fielen einstimmig aus. Ebenso der Beschluss, dass das »Sondergebiet Hotel« auf dem Gelände der ehemaligen Kurklinik in den neuen Flächennutzungsplan aufgenommen werden soll.

2.5 Berchtesgadener Anzeiger 2016: Brand entfacht durch Menschenhand

Die oberen Stockwerke des Bettenhauses des Hotel »Geiger« sind zerstört, die Brandursache war bislang unbekannt. Jetzt wurde die Polizei auf Anfrage allerdings deutlicher.
(Berchtesgadener Anzeiger, 27.10.2016)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-brand-entfacht-durch-menschenhand-_arid,301104.html

Ob es eine konkrete Brandstiftung war oder doch nur aus reiner Fahrlässigkeit zum Feuer kam – das werde man nicht mehr feststellen können, sagte ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim auf Anfrage dieser Zeitung. Die Kripo hatte seit letztem Donnerstag ermittelt, die Spurensuche war aber erfolglos, von möglichen Tätern gibt es keine Spur. Fakt sei aber, dass Menschen am Werk gewesen waren, so der Polizeisprecher. Denn anders hätte das Feuer nicht entstehen können. Zum einen ist das Gebäude offen, es ist sehr feucht, modrig, es müffelte nach Schimmel. Zum anderen war der Strom dort seit 15 Jahren abgeschaltet. Bekannt sei der Polizei aber gewesen, dass sich hier regelmäßig Leute herumgetummelt hätten. Wie der Brand aber nun entstanden war, »das werden wir nicht mehr klären können«.

2.6 Berchtesgadener Anzeiger 2017

2.6.1 Bartl Wimmer: Es war ein spontaner Entschluss

Mit seinem Coup überraschte Dr. Bartl Wimmer alle: der Grünen-Kreisrat ersteigerte am Dienstag [4.07.2017] das Bischofswieser »Geiger«-Hotel für 2,4 Millionen Euro – wir haben nachgehakt: Was brachte ihn dazu?
(Berchtesgadener Anzeiger, 6.07.2017)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-bartl-wimmer-es-war-ein-spontaner-entschluss-_arid,341739.html

So war es am Dienstag das Thema des Tages, dass der Grünen-Kreisrat und Berchtesgadener Gemeinderat am Amtsgericht Traunstein das Gelände des Hotels »Geiger« für 2,4 Millionen Euro ersteigert hatte. Mit Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber hat sich der Mitbegründer und geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Synlab-Gruppe, bereits telefonisch ausgetauscht. Beide streben nach eigenen Angaben »eine gute Lösung« für das Grundstück an.
Nachdem der Name des neuen “Geiger”-Eigentümers am Dienstag schnell bekannt geworden war, äußerte sich Dr. Bartl Wimmer wenig später auf seiner Facebook-Seite: “Um die Gerüchteküche nicht noch mehr anzuheizen” teilte Wimmer offiziell mit:
“Ja, ich habe heute das Hotel Geiger ersteigert”. Und der Berchtesgadener Kommunalpolitiker gibt weiters bekannt: “Nein, es war nicht von langer Hand geplant, sondern ein spontaner Entschluss. 17 Jahre fortschreitender Verfall sind nicht gerade ein Ruhmesblatt für unseren Talkessel. Aber auch völlig überzogene Baupläne, die Gott sei Dank nie Realität wurden, wären keine tröstliche Alternative gewesen. […]
Den Anstoß für eine Ersteigerung des Grundstücks hatte vor einigen Wochen eine entsprechende Anzeige im »Berchtesgadener Anzeiger« mit der Ankündigung der Zwangsversteigerung gegeben, wie Bartl Wimmer der Lokalzeitung gestern am Telefon sagte. »Natürlich hatte ich mich auch vorher schon gedanklich mit dem Geiger befasst – und so fasste ich dann den entsprechenden Gedanken.« Ausgangslage bei der Versteigerung war zunächst ein angesetzter Verkehrswert von 2 Millionen Euro, mit dem sich die Sparkasse allerdings nicht zufrieden geben wollte. Für 2,4 Millionen Euro erhielt Wimmer schließlich den Zuschlag, weitere Bieter gab es nicht. Die Reaktionen, die der Berchtesgadener Gemeinderat auf seinen Coup bekommen hat, bezeichnet er als »überwiegend positiv«, betont aber gleichzeitig: »Überwogen hat der Überraschungseffekt.«
»Die Planungshoheit auf dem Grundstück hat natürlich die Gemeinde. Und so weiß ich, was dort planungsrechtlich möglich ist«, so Wimmer gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Die Gemeinde hatte nämlich in den letzten Jahren immer klar gemacht, dass für sie hier nur eine touristische Nutzung infrage kommt. Und auch der neue Eigentümer versichert, dass er »nicht im Ansatz« an eine Wohnbebauung gedacht habe. Wimmer: »Natürlich muss man das Projekt auch unternehmerisch sehen. Aber das wird niemals losgelöst von meinen persönlichen Überzeugungen geschehen.« […]
Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber hatte von Wimmers Plänen nach eigenen Worten zuvor nichts gewusst. Der Rathauschef wurde vom Vorstand der Sparkasse Berchtesgadener Land nach der Versteigerung über das Ergebnis informiert. »Ich war zwei Sekunden sprachlos, dann habe ich mich gefreut«, sagt Weber. Schließlich sei er überzeugt davon, »dass Wimmer etwas in Angriff nimmt, das den ganzen Talkessel nach vorne bringt«. Man wolle gemeinsame Ideen entwickeln und sich austauschen, bestätigte auch der Bürgermeister.
Das Hotel »Geiger« war 1866 als Pension eröffnet und von 1884 bis 1924 zu einem Hotel mit einer repräsentativ ausgestatteten Gebäudegruppe im Heimatstil erweitert worden. Zwischen 1960 und 1982 kamen noch weitere Gebäude hinzu. In seiner Blütezeit galt das bis zuletzt familienbetriebene Hotel als eine der ersten Adressen in der Region und hatte zahlreiche Prominente zu Gast. Hier übernachteten unter anderen Elvis Presley, die Bee Gees, der kanadische Premierminister Pierre Trudeau, der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat, Bundespräsident Walter Scheel, Fürst Albert von Monaco sowie die Schriftsteller Ernst von Wildenbruch, Paul Heyse und Thomas Mann.
1999 wurde der Hotelbetrieb wegen Insolvenz eingestellt. Die Verkaufsverhandlungen der letzten Jahre zwischen den verschiedenen Interessenten und Eigentümer Stefan Geiger kamen nie zu einem Ergebnis. Mehrere vom Hauptgläubiger, der Sparkasse Berchtesgadener Land, initiierte Zwangsversteigerungen wurden aus verschiedenen Gründen jeweils vor den bereits angesetzten Terminen abgesagt.
Zuletzt lagen die Hoffnungen in den Hotelbauplänen der Regent-Gruppe, die auf dem Grundstück ein Luxushotel errichten wollte. Auch das Gelände der Kurklinik, das der Projektentwickler Martin Harlander aus Schwarzach/St. Johann im Pongau und der Salzburger Bauunternehmer Peter Kreuzberger erworben hatten, sollte in das Hotelprojekt einbezogen werden. Der hocherfreute Gemeinderat leitete sogar die Verfahren zur Aufstellung von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen ein. Doch obwohl von verschiedenen Seiten mehrfach bekundet worden war, dass die Verkaufsverhandlungen beim »Geiger« kurz vor dem Abschluss stünden, gab es bis zuletzt keinen Fortschritt. Nun wird das Thema »Geiger« unter völlig anderen Vorzeichen neu aufgerollt.

2.6.2 bgland24-de: Bartl Wimmer: “Ja, ich habe das Hotel Geiger ersteigert.”

Für 2,4 Millionen Euro ist das Hotel Geiger in Bischofswiesen versteigert worden. BGLand24.de hat mit dem neuen Eigentümer gesprochen:
Frage zur Versteigeung des Hotels Geiger:

Warum wurde das Objekt überhaupt versteigert? Im Rahmen des Brandes gab es seitens der Hotelgruppe die Info, dass bis 2019 die bisherigen Vorhaben umgesetzt weden sollen. Wieso kommt es jetzt zu einer Versteigerung?

Antwort von B. Wimmer:
Das war eine Entscheidung der Sparkasse Berchtesgadener Land und kann nur von dieser beantwortet werden.
(bgland24-de, 5.07.2017)
https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/bischofswiesen-ort28409/bischofswiesen-interview-darum-habe-hotel-geiger-bischofswiesen-ersteigert-8459351.html

Nach Baubeginn im Jahr 2020 wurde am 6. November 2021 der Kulturhof Stanggass auf dem Gelände des ehemaligen Hotel Geiger mit einem Tag der offenen Tür eröffnet.

2.6.3 Stacheldraht gegen Ruinentouristen

Die Nachbarn haben Angst: Die Ruinentouristen kommen um jede Uhrzeit, sagen sie: Tag und Nacht reisen sie mit Pkw oder Bussen an, inspizieren das Gelände der ehemaligen Kurklinik von Stanggaß und steigen in das verlassene Gebäude ein.
(Berchtesgadener Anzeiger, 7.07.2017)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-stacheldraht-gegen-ruinentouristen-_arid,341919.html

Prügeleien, Sauforgien, Partynächte – die Nachbarn haben Angst. Bei einem Treffen mit den Kurklinik-Eigentümern, dem Bauunternehmer Martin Harlander und Peter Kreuzberger, sucht man nun nach Lösungen, um den verbotenen Besuchern Einhalt zu gebieten. […] »So schlimm wie aktuell war es aber noch nie«, sagt ein Nachbar, die Entwicklung sei alles andere als erfreulich. Zumal mehrere Feriengäste schon abreisen wollten. Martin Harlander wünscht sich zufriedene Nachbarn. Bauzaun und Stacheldraht seien ein erster Schritt in die richtige Richtung.

2.6.4 Stacheldraht-Zaun bleibt ohne Wirkung

Es hätte alles gut sein können. Ein mit Stacheldraht verstärkter Bauzaun sollte das leer stehende Gebäude der ehemaligen Kurklinik Stanggaß vor ungebetenen Gästen schützen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 1.08.2017)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-stacheldrahtzaun-bleibt-ohne-wirkung-_arid,345845.html

»Der Zaun ist ein Witz«, sagt ein Nachbar und erklärt: »Er ist mit Kabelbindern aus Plastik zusammengefügt und war keine 24 Stunden nach seiner Fertigstellung bereits wieder offen.« […] Der Anwalt von Klinik-Eigentümer Martin Harlander hatte bei einem Treffen mit den Nachbarn vorgeschlagen, dass die Nachbarn diejenigen Personen, die in das Gelände eindringen, festhalten und deren Personalien aufnehmen sollen. »Angesichts des Aggressionspotenzials einiger dieser Gruppen ist das eine völlig realitätsferne Vorstellung«, betont ein Nachbar. […] Darüber hinaus warten die Anlieger bislang vergeblich auf einen von den Eigentümern zugesagten Wachdienst, der zumindest zeitweise das Areal sichert und alle anzeigt, die dort Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung begehen.

3 Zur Geschichte der Klinik in der Stangaß ab 2018

3.1 Nicht für die Öffentlichkeit relevant 2018, 2019

  • Im März 2018 gab die IHG Hotels & Resorts bekannt, dass sie neuer Mehrheitseigentümer der Regent Hotels & Resorts sei (nicht mehr Formosa International Hotels mit Sitz in Taiwan (Präsident: Ralf Ohletz Count von Plettenberg)).

  • René Wilms bestätigt, die Kurklinik erst 2019 gekauft zu haben. Undurchsichtig sind bislang die Eigentumsverhältnisse. (Berchtesgadener Anzeiger, 01.07.2022)

  • Ein „Alpines Dorf” soll auf dem 3,8 Hektar großen Grundstück künftig entstehen, das für eine Millionensumme 2019 den Besitzer wechselte. Wer genau Eigentümer ist, ist nicht klar. (Reichenhaller Tagblatt, 27.10.2022)

3.2 Berchtesgadener Anzeiger 2022

3.2.1 Kurklinik? Nein, danke – Dr. Bartl Wimmer erteilt Kaufgerüchten Absage

Dem Gerücht, der Berchtesgadener Unternehmer Bartl Wimmer könnte auch die ehemalige Kurklinik Stanggaß kaufen, hat der 61-jährige Mediziner eine Absage erteilt. Das seit 1996 leer stehende, zuletzt als Rehabilitationsklinik genutzte Gebäude hat schon mehrere Eigentümerwechsel hinter sich. Wimmer habe daran aber kein Interesse, wie er nun sagte.
(Berchtesgadener Anzeiger, 23.03.2022)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-kurklinik-nein-danke-dr-bartl-wimmer-erteilt-kaufgeruechten-absage-_arid,690341.html

Doch was geschieht mit dem Haus, das von 1945 bis 1973 als »Versehrtenkrankenhaus« für Lungenkranke in Betrieb war? Mittlerweile gibt es einen neuen Eigentümer. Das österreichische Unternehmer-Konsortium hat schon seit Längerem verkauft. »Wir stehen in regelmäßigem Abstand in Kontakt mit dem Eigentümer des Grundstücks«, bestätigt Rupert Walch, Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen. Zuletzt war das vor rund zwei Wochen der Fall. Der Eigentümer plane nach wie vor, ein Hotel auf dem Areal zu errichten. »Nach eigener Aussage ist er auch nicht bereit, das Grundstück zu verkaufen«, sagt Walch. Auch über eine andere Nutzung war bereits laut nachgedacht worden: Planspiele der örtlichen Grünen im Berchtesgadener Talkessel basierten darauf, dass sich mehrere Gemeinden zusammenschließen, das Grundstück erwerben und dort eine Wohnbebauung ermöglichen könnten. Der Gemeindeverwaltung von Bischofswiesen ist die Idee bekannt, abgestimmt wurde diese aber nicht weiter. Ein entsprechender Antrag sei nie gestellt worden, demnach erfolgte auch keine Behandlung im Gemeinderat.

3.2.2 Ehemalige Kurklinik Stanggaß: Die Frist läuft Herr Eigentümer

Die ehemalige Kurklinik Stanggaß liegt seit 1996 brach. Geplant ist zwar ein Luxushotel auf dem Areal, wie vor sieben Jahren bekannt wurde. Seitdem ist aber nichts passiert. Diesen Zustand kann der Gemeinderat nicht mehr akzeptieren. Darum setzt das Gremium den Eigentümer unter Druck. Bis Ende November muss er einen Zeitplan und konkrete Unterlagen für das Vorhaben vorlegen. Das wurde in der jüngsten Sitzung beschlossen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 23.06.2022)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-ehemalige-kurklinik-stanggass-die-frist-laeuft-herr-eigentuemer-_arid,711751.html

Dem Beschluss vorausgegangen war ein Antrag der Grünen und der UBB, der im Gemeinderat abgelehnt wurde. Darin fordern sie, den vorhabensbezogenen Bebauungsplan von 2015 aufzuheben. Ziel der Parteien ist es, das Gelände der Kurklinik künftig für bezahlbaren Wohnraum zu nutzen. Michael Sturm (Die Grünen) drückte in der Sitzung seinen Frust aus. »Wir haben kein einziges Modell von dem Investor gesehen«, beklagte er. Die letzte allgemeine Information erhielt die Öffentlichkeit vor sieben Jahren. […] Laut Weber arbeitet der Eigentümer im Hintergrund und hat auch in regelmäßigen Abständen Kontakt zu ihm. Der Gemeinde droht ein Schadensersatz in siebenstelliger Höhe, der für die Vorleistungen angefallen ist, wenn man den Bebauungsplan sofort aufhebt. Da der Sachverhalt so komplex ist, bedarf es einer rechtlichen Beratung. Die Schritte sollen sorgfältig geprüft werden. Ein weiteres Problem: »Er will das Grundstück nicht verkaufen.« Auch wenn er das machen würde, müsste das Grundstück laut Weber deutlich unter dem Erwerbspreis gekauft werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Als Kompromiss schlug der Bürgermeister vor, dem Eigentümer eine Frist bis Ende November zu setzen. Bis dahin sollten konkrete Unterlagen, die Finanzierung und ein Zeitplan bekannt werden. So lautete auch der Beschlußvorschlag der Gemeindeverwaltung. »Wir brauchen ein Druckmittel«, forderte Weber. Sepp Angerer (SPD) warnte ebenso. Der Antrag sei aller Ehren wert. »Damit stoßen wir aber Tür und Tor für Luxuswohnungen auf« […] [Nur] Moderegger und Sturm [Grüne] stimmten gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung. […] Die Frist ist jedenfalls gesetzt, nun muss der Eigentümer nachziehen.

In einer Mitgliederversammlung des SPD Ortsvereins BGL-Süd am 15.07.2022 bezeichnete der Ortsvereinsvorsitzende den Antrag der Grünen als populistisch.

3.2.3 Zurück an den Verhandlungstisch? – Lokalpolitiker drängen auf Wohnbebauung statt Luxushotel

Seit Jahrzehnten liegt die Kurklinik Stanggaß mit rund 66.000 Quadratmetern Grund brach. Den Plan, daraus ein reines Luxushotel zu machen, verfolgt Eigentümer René Wilms nicht mehr: »Die Zeiten haben sich gewandelt«, sagt er im Gespräch. Er kündigt an, über konkrete Absichten sprechen zu wollen. Lokalpolitiker fordern indes eine Wohnbebauung in dieser Bestlage. Alles andere sei wenig zeitgemäß und mit weiteren Problemen verbunden, sagten sie bei einer Grünen-Infoveranstaltung im »Kulturhof Stanggass«.
Eine Gruppe Lokalpolitiker aus Bischofswiesen hinterfragt die Planungen auf dem Grundstück. Bau- und Wohngrund im Talkessel gibt es so gut wie nicht mehr. […] Der Kurklinik-Eigentümer René Wilms sagt auf Anfrage: »Es ist richtig, dass die Kommunikation über unser Projekt in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren nicht optimal war.« Das wolle er nun ändern. Seit Corona habe sich an den Plänen des Megaprojekts viel verändert. Der Gemeinderat hatte in der jüngsten Sitzung beschlossen, dass bis Ende November ein Zeitplan und konkrete Unterlagen für das Vorhaben vorzulegen seien. Die Gruppe Lokalpolitiker macht Druck, den vorhabensbezogenen Bebauungsplan von 2015 aufzuheben. Wilms bestätigt gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«, die Kurklinik erst im Jahr 2019 gekauft zu haben. Undurchsichtig sind bislang die Eigentumsverhältnisse in der Causa. Auch dahingehend möchte René Wilms, der im Internet als »Founder and CEO of Unique Hotels & Resorts« geführt wird, Klarheit schaffen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 01.07.2022)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-zurueck-an-den-verhandlungstisch-lokalpolitiker-draengen-auf-wohnbebauung-statt-luxushotel-_arid,713849.html

3.2.4 Ehemalige Kurklinik Stanggaß: »Alpines Dorf« für Bischofswiesen?«

Ein »alpines Dorf« mit rund 120 Suiten planen René Wilms und die Berchtesgaden Alps Hotel und Resort Development GmbH auf dem Gelände der Kurklinik Stanggaß. Ein Bebauungsplan mit städtebaulichem Vertrag soll das Projekt auf dem 66.000 Quadratmeter großen Gelände ermöglichen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 15.07.2022)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-ehemalige-kurklinik-stanggass-alpines-dorf-fuer-bischofswiesen-_arid,717117.html

»Ein Modell des alpinen Dorfs gibt es schon seit längerem«, sagt René Wilms. Die Öffentlichkeit hat es allerdings bislang noch nicht zu Gesicht bekommen. Ohnehin ist es seit Jahren still geworden um das Großprojekt, das 2015 das erste Mal im Bischofswieser Gemeinderat in Teilen vorgestellt worden war. Und weil es offensichtlich keine Fortschritte gab, hatte sich in den vergangenen Wochen plötzlich Widerstand geregt. So mancher Lokalpolitiker hält mittlerweile Baugrund für notwendiger als ein weiteres Hotel höchster Kategorie und Preisklasse. […] Die Hotelentwicklung und der Betrieb unterliegen der in Luzern ansässigen Unique Hotels & Resorts AG, in der René Wilms Verwaltungsrat ist. […] Die Berchtesgaden Alps Hotel und Resort Development GmbH ist eine Tochtergesellschaft der European Alps AG, die darauf spezialisiert sei, Hotel- und Gesundheitsresorts in den europäischen Alpen zu entwickeln, sagt Wilms, der der Verwaltungsrat und Vertreter der Gesellschaft ist. »Wir arbeiten mit Bankinstituten und Familienunternehmen zusammen«, sagt der Unternehmer. Diese fungieren als Kapitalgeber. Nähere Auskünfte möchte Wilms nicht erteilen. Er sagt: »Seit Jahren besuchen Gäste aus unserem Netzwerk die Region.«

3.2.5 Hohe Erwartungen an „Alpines Dorf”

Hotelprojekt auf Areal der ehemaligen Kurklinik im Gemeinderat - Planer versprechen Transparenz**
(Reichenhaller Tagblatt, 27.10.2022)

Ein Alpines Dorf soll auf dem 3,8 Hektar großen Grundstück künftig entstehen, das für eine Millionensumme 2019 den Besitzer wechselte. Wer genau Eigentümer ist, ist nicht klar. […] Der vertretungsberechtigte Verantwortliche ist René Wilms, CEO der “Unique Hotels & Resorts” aus Luzern, der von Bischofswiesen aus in einem historischen Anwesen die Geschäfte führt. […] Das Hotel, von dem es zwar schon einen Entwurf gibt, der aber noch hinter verschlossenen Türen wartet soll eine große Tiefgarage erhalten. […] Planer Wolf Steinert [will] im März kommenden Jahres einen ersten Entwurf des Hauses präsentieren. […] Bereits Anfang Dezember [2022] soll auf dem künftigen Hotelareal aufgeräumt werden.

3.3 Berchtesgadener Anzeiger 2023

3.3.1 Ist das alpine Dorf nur ein »Phantomhotel«?

Dass das Megaprojekt in Bischofswiesen, ein von Investoren getragenes alpines Dorf mit mehreren Häusern und 120 Zimmern, irgendwann doch noch Realität wird, daran glaubt Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender der Tourismusregion Bergerlebnis Berchtesgaden, derzeit nur bedingt und äußert sich kritisch. Gemeinde und Investorenvertreter sind dagegen überzeugt, etwas Großes auf die Beine zu stellen.
(Berchtesgadener Anzeiger, 10.12.2023)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-ist-das-alpine-dorf-nur-ein-phantomhotel-_arid,836631.html

In dem Beitrag kommen einige Politiker zu Wort:

  • Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender der Tourismusregion Bergerlebnis Berchtesgaden: bezeichnete das Hotel als Phantomhotel.
  • Rupert Walch, Geschäftsführer von Bischofwiesens Bürgermeister: Das Projekt nimmt konkrete Formen an. Man befinde sich in einem Abstimmungsprozess mit dem Investor. Sobald für die Öffentlichkeit relevante Fakten vorliegen, werde diese informiert.
  • René Wilms, CEO der Unique Hotels & Resorts AG mit Sitz in Luzern: Das Hotel komme, alles laufe nach Plan. Weitere Details will Wilms nicht nennen und verweist auf die Gemeinde (siehe Aussage von R. Walch).

Ein wesentlicher Aspekt des Beitrages ist jedoch der Verweis auf über ein Jahr zurückliegende Ankündigungen des Orts- und Landschaftsplaners Wolf Steinert (Reichenhaller Tagblatt, 27.10.2022) :

  • Bereits Anfang Dezember (2022) soll auf dem künftigen Hotelareal aufgeräumt werden.
  • Im März kommenden Jahres (2023) soll ein erster Entwurf des Hauses präsentiert werden.

Das Resümee: passiert ist nichts, wie auch aus der folgenden Abbildung zu erkennen ist.

Eingeschlagene Fenster in der Klinik in der Stanggass im Dezember 2023 - aufgeräumt?

Interessanterweise erschien dieser Beitrag des Journalisten Kilian Pfeiffer nicht nur am 10.12.2022 im Berchtesgadener Anzeiger unter der bereits erwähnten Überschrift Ist das alpine Dorf nur ein »Phantomhotel«?

sondern bereits am 4.12.2022 etwas gekürzt in der Münchner Abendzeitung (!), aber unter der Schlagzeile

3.3.2 Zweifel am „Phantomhotel”

und am 11.01.2023 in fast unveränderter Form im Reichenhaller Tagblatt mit der Überschrift

3.3.3 Ein alpines Dorf entwickelt sich

Siehe auch posts Ein alpines Dorf entwickelt sich oder: War es chatGPT?

3.4 Berchtesgadener Anzeiger 2024

3.4.1 Politik zum Anfassen mit kontroversen Themen

Berchtesgaden – Der »LandTruck« des Bayerischen Landtags mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner an Bord machte am Samstag halt am Weihnachtsschützenplatz in Berchtesgaden. Am Nachmittag war Ilse Aigner schon weg, der auffällig silberne Airstream-Trailer aber blieb noch stehen und vier für Landtagsabgeordnete trafen sich auf der Bühne zu einer Podiumsdiskussion, moderiert von »Anzeiger«-Chefredakteur Ulli Kastner.
Berchtesgadener Anzeiger, 25.06.2024)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/berchtesgaden_artikel,-politik-zum-anfassen-mit-kontroversen-themen-_arid,882020.html

Ulli Kastner thematisierte noch den Bettenschwund im Berchtesgadener Talkessel. »Was ist so schlimm daran, kann man den nicht vielleicht sogar als Gesundschrumpfung werten?«, fragte er Michael Koller. »Ich glaube nicht, dass wir dadurch mehr Wohnraum generieren«, sagte der, es würde heute auf mehr Raum gelebt als früher. Ihm ist wichtig, die Gästebetten zu halten. Er steht den meisten Hotelprojekten in der Region positiv gegenüber. Es gebe aber auch Projekte, die er kritisch sieht. »Mein Ziel ist nicht, dass wir hier für den finanziell gut aufgestellten asiatischen Tourismus Riesenflächen verbauen und Riesenklötze hinstellen«, sagte er. Den sanften Tourismus hingegen, wie er im Bergsteigerdorf Ramsau passiert, will er stärken. Hier sind sich Michaela Kaniber und Michael Koller einig.

3.4.2 An Glaubwürdigkeit verloren?

Bischofswiesen – Seit längerer Zeit ist es wieder einmal sehr ruhig geworden um das geplante Luxushotel auf dem Areal der ehemaligen Kurklinik Stanggaß.
(Berchtesgadener Anzeiger, 28.06.2024)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-an-glaubwuerdigkeit-verloren-_arid,882973.html

Doch nun sind unerfreuliche Informationen über Rückzahlungsprobleme eines Darlehens von Rene Wilms im Internet aufgetaucht. Der Unternehmer ist Vorsitzender Verwaltungsrat und Vertreter der Eigentümergesellschaft, Berchtesgadener Alps Hotels & Resort Development GmbH & Co. KG, die Besitzer der ehemaligen Kurklinik ist.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung [25.06.2024] sprach Paul Grafwallner (UBB) dieses Thema an und bat seine Kollegen, sich diese Internetseite anzuschauen, um sich zu informieren. Grafwallner erklärte gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«, dass er mit dieser Wortmeldung seine Kollegen auf das erhebliche Risiko hinweisen wollte, das bezüglich künftiger Vertragsbeziehungen im städtebaulichen Durchführungsvertrag mit Wilms besteht.
Des Weiteren ist ihm von Berchtesgadener Betrieben und Unternehmen zu Ohren gekommen, dass sie nach Arbeiten an der Villa Schönhäusl – die Rene Wilms bewohnt, wenn er vor Ort ist – ihrem Geld hinterher laufen müssen.
Bürgermeister Thomas Weber erklärte, dass die Gemeinde nun mit äußerster Vorsicht das Projekt weiter voranbringen wird und ganz genau auf die Finanzierung achtet, »denn in den vergangenen Monaten sind wir deutlich vorsichtiger geworden«, so der Rathauschef.
Auch Hans Metzenleitner (SPD) meldete sich zu Wort, da er kein gutes Gefühl mehr hat. Er kritisierte, dass der Zeitplan, der vor rund eineinhalb Jahren durch das Planungsteam vorgestellt wurde, nicht eingehalten wird und die Vorstellung des Projekts immer wieder verschoben wurde.

Die vom Gemeindrat Grafwallner erwähnte Internetseite existiert schon seit längerer Zeit unter dem Label Inkasso-Team AG. Erfahrene Geldeintreiber aus der Schweiz. International im Einsatz. Im Unterpunkt René Wilms, European Alps AG usw. werden unerfreuliche Informationen über René Wilms berichtet, wobei die Ergänzung aus dem Jahr 2024 besonders brisant ist (https://schuldner-finden.com/rene-wilms-european-alps/ siehe auch hier 5 Nichtregionales zur Geschichte der Klinik 2023/2024). Seit 2025 ist diese Seite Passwort-geschützt.

3.4.3 Investor gibt Bekenntnis zum Hotelprojekt

Bischofswiesen – Gegen Gerüchte zur Wehr setzen will sich René Wilms. Der Mann hinter dem Hotelprojekt, das die ehemalige Kurklinik Stanggaß beseitigen soll, gibt im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« Einblicke in den aktuellen Stand des Großvorhabens.
(Berchtesgadener Anzeiger, 29.06.2024)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-investor-gibt-bekenntnis-zum-hotelprojekt-_arid,883301.html

Der Termin gestern mit der Redaktion war schon länger vereinbart und stand in keinem Zusammenhang mit den jüngsten Äußerungen im Bischofswieser Gemeinderat. Der Unternehmer nutzte aber die Gelegenheit, um auf die dort geäußerten Zweifel einzugehen.
René Wilms als »Chief Executive Officer« (CEO) der »Unique Hotels & Resorts AG« – also Geschäftsführer – ist Initiator des geplanten Resorts in Bischofswiesen und Vertreter der Bauherrengemeinschaft. Er informierte in dem Gespräch in der Redaktion darüber, dass in den letzten Wochen »ein ausgefeiltes Architektur- und Gebäudekonzept entwickelt wurde, das der Gemeinde und dem Gemeinderat in den nächsten Wochen vorgestellt werden soll«. Das Konzept wurde unter der Koordination des Stadtplaners Wolf Steinert entwickelt, der schon viele Projekte im Berchtesgadener Talkessel betreut hat und auch mit der Gemeinde in Bischofswiesen eng zusammenarbeitet. Das Konzept soll zeitnah auch den Anwohnern, der Nachbarschaft und der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigte Wilms an.
Ziel der überarbeiteten Planung ist es demnach, eine neue Form des Tourismus mit regionaltypischer, an den besonderen Standort angepasster Architektur zu schaffen. Dazu gehört für Wilms auch eine sorgfältige Planung der Verkehrsführung, der notwendigen Erschließungsmaßnahmen und ein nachhaltiges Energiekonzept. Auch für die eingetretenen Verzögerungen nennt er die Gründe: Der Planungsprozess hat länger gedauert, da die Planer sich intensiv mit den neuen Anforderungen im Hinblick auf Veränderungen in der Umwelt und dem Klima befasst haben. Hierzu gehören beispielsweise neue Konzepte im Umgang mit dem Oberflächenwasser, die in enger Abstimmung mit der Gemeinde vorgenommen werden.
Neben dem Hotelbau werden unter anderem auch Wellness- und Gesundheitsangebote entwickelt, die »einen wichtigen Bestandteil für den erfolgreichen Betrieb des vorgesehenen Ganzjahresresorts darstellen«. René Wilms betont darüber hinaus, dass es den Initiatoren sehr wichtig ist, für das zukünftige Personal im Resort auch Apartments zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus werden weitere Standorte in der Region untersucht, um nach Möglichkeit zusätzliche Wohnungen zu schaffen.
Für die Bauherren, die nach Wilms’ Angaben bis heute bereits einen zweistelligen Millionenbetrag an diesem Standort investiert haben, ist eine zügige Umsetzung ein wichtiger Aspekt. Demnach ist die Finanzierung für das Gesamtprojekt von höchster Priorität, wie er gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« betont.
Zudem schildert er die nächsten Schritte für das Bauvorhaben: Im weiteren Prozess werden deshalb »selbstverständlich der Gemeinde und dem Gemeinderat auch das Finanzierungskonzept vorgestellt, denn, wie allgemein bekannt, haben sich in den letzten zwei Jahren die Finanzierungsbedingungen für Immobilen am Finanzmarkt wesentlich verschlechtert«. Das hat auch beim Bauherrn zu Verzögerungen geführt, die nun nach seinen Angaben geklärt wurden »beziehungsweise teilweise noch finalisiert gelöst werden«. Auch diese Thematik wird mit der Gemeinde und dem Gemeinderat in den anstehenden Terminen nochmals vorgestellt und besprochen, um damit »das Vertrauen aller Beteiligten in die zukünftigen Umsetzung des Vorhabens zu stärken«.
René Wilms betont weiter: »Das Vertrauen der Bauherren und der Finanzierungspartner in den Standort und die erfolgreiche Entwicklung des Resorts ist weiterhin groß. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den Vertretern der Gemeinde.« Den vorgesehenen Zeitplan für das Gesamtvorhaben will er zeitnah in der nächsten Gemeinderatssitzung mit dem Planungsteam vorstellen.
Thomas Jander

3.5 Berchtesgadener Anzeiger 2025

„Sicherheitszaun” Klinik Stangass im August 2025

Erst am Jahresende sind neue Informationen über das Hotelprojekt in der Stanggaß in die Öffentlichkeit gelangt (nicht Berchtesgadener Anzeiger).

3.5.1 Kurklinik Stanggaß: Geht es mit dem Hotelprojekt endlich weiter? Neuer Zeitplan in Aussicht

Als „alpines Dorf“ angekündigt, wurden die Pläne für das Grundstück der brach liegenden ehemaligen Kurklinik in Bischofswiesen schon vor Jahren vorgestellt. 2022 war von einem „Neustart“ und größtmögliche Transparenz im Planungsprozess die Rede. Passiert ist bis heute: nichts. Doch jetzt könnte tatsächlich Bewegung in das Großprojekt kommen.
BGLand24 22.12.2025
https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/bischofswiesen-ort28409/bischofswiesen-neuer-zeitplan-fuer-hotelprojekt-kurklinik-stanggass-94092068.html

[…]Nun setzt der Bürgermeister von Bischofswiesen, Thomas Weber, eine neue Marke. Für Mitte Januar kündigte der Gemeindechef auf Nachfrage einen fixierten Termin an. Dann will er sich mit René Wilms treffen, der als zentraler Ansprechpartner und Initiator des seit Jahren diskutierten Großvorhabens auftritt. Die Erwartung im Rathaus ist klar: ein aktualisierter Zeitplan und ein belastbarer Überblick darüber, wie weit die Planungen tatsächlich sind. […]
Wilms hatte sich im vorigen Jahr öffentlich zum Projektstand geäußert und eine überarbeitete Planung angekündigt. Er sprach von einem ausgefeilten Architektur- und Gebäudekonzept, das regionaltypisch und standortangepasst sein solle. Dazu gehörten nach seinen Angaben auch eine abgestimmte Planung von Verkehrsführung und Erschließung sowie ein Energiekonzept, auf Nachhaltigkeit getrimmt. Eine zeitnahe Vorstellung gegenüber der Öffentlichkeit stellte Wilms in Aussicht.
Eine solche Präsentation hat bislang jedoch nicht stattgefunden. Zugleich verwies Wilms auf bereits geleistete Vorinvestitionen. Die Bauherren hätten nach seinen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort gesteckt. Außerdem stellte er der Gemeinde bereits damals ein Finanzierungskonzept in Aussicht.
Ob das Verfahren nun tatsächlich an Tempo gewinnt, soll sich nach Webers Worten Mitte Januar zeigen. Wilms wollte sich auf Nachfrage nicht näher äußern, verwies aber auf baldige neue Informationen. Im Rathaus setzt man derweil auf Verbindlichkeit: Erst wenn der Zeitplan vorliegt und die Unterlagen vollständig sind, kann das Verfahren in die nächste Stufe gehen. Dann wird sich zeigen, ob das Projekt aus der Warteschleife herauskommt oder weiter auf unbestimmte Zeit vertagt bleibt. (kp)

3.6 Berchtesgadener Anzeiger 2026

3.6.1 Treffen in Bischofswiesen: Grüne diskutierten mit Bürgern über die Zukunft der Gemeinde

Einladung des Grünen-Ortsverbands in den Kulturhof Stanggass 27.01.2026

3.6.1.1 Pressemeldung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Berchtesgadener Land

… Mit Blick auf die ehemalige Kurklinik Stanggass sprach Wimmer von einem der gravierendsten Versäumnisse der letzten Jahrzehnte. Das seit rund 30 Jahren brach liegende, nahezu vier Hektar große Areal in einer der besten Wohnlagen des Talkessels sei weiterhin für ein Luxushotel vorgesehen – trotz massiven Wohnraumbedarfs. „Man braucht sehr viel Fantasie, um nach all den Jahren noch an ein Luxusresort zu glauben“, sagte Wimmer.
Aus seiner Sicht müsse die Kommune endlich klar Position beziehen: „Wenn wir ein berechtigtes Interesse daran haben, Wohnraum für unsere Bevölkerung zu schaffen, dann müssen wir sagen: Hier kommt kein Hotel hin. Das Grundstück gehört in öffentliche Hand – sei es durch die Gemeinde selbst oder im Zusammenschluss mehrerer Kommunen.“
Darauf aufbauend brauche es ein städtebauliches Gesamtkonzept aus einem Guss, das Wohnen ganzheitlich denkt. So ließe sich dort eine dreistellige Zahl an Wohnungen realisieren – mit Angeboten für sozialen Wohnraum, Mehrgenerationenwohnen und Eigentumserwerb. Letzterer könne zugleich zur Refinanzierung für die Gemeinde beitragen und eine nachhaltige Alternative zu immer neuen Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese schaffen.
Wiedergegeben in BGLand24.de 3.02.2026
https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/bischofswiesen-ort28409/bischofswiesen-gut-besuchte-podiumsdiskussion-mit-den-gruenen-94153147.html

3.6.1.2 Luxus-Hotel in Stanggaß „auf wackeligen Füßen“? Massive Zweifel am Groß-Projekt – und dessen Investor

Seit 30 Jahren verfällt die Klinik in Bestlage, jetzt platzt Bartl Wimmer der Kragen. Der Grüne Landratskandidat spricht von „Realitätsverlust“ und legt brisante Dokumente über den Investor vor: Konkurs in der Schweiz und Zwangsversteigerung im Talkessel? Das Ende des Hotel-Traums scheint besiegelt.
https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/berchtesgaden-ort28361/kurklinik-stanggass-100-neue-wohnungen-statt-luxushotel-94154119.html

[…] Zuletzt hieß es, dass der Investor neue Unterlagen und einen aktualisierten Zeitplan vorlegen werde. Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber sprach Ende vergangenes Jahr auf Nachfrage von der Erwartung, dass im Januar neue Informationen erwartet würden. Ein Treffen zwischen Hotelprojekt-Vertreter und Gemeinde war bereits geplant. Jedoch: Das bereits terminierte Treffen mit René Wilms wurde nach hinten verschoben. Medialen Anfragen weicht Wilms aus. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Termine abgesagt. Noch weiter ging Bartl Wimmer bei juristischen Punkten. Er sagte, der bestehende Bebauungsplan stehe auf „wackligen Füßen“ und verwies dabei unter anderem auf fehlende oder unzureichende textliche Festsetzungen. Außerdem sprach er von rechtsfehlerhaften Genehmigungen. Den aktuellen Aufstellungsbeschluss bezeichnete er als „gesichert rechtswidrig“ und begründete das mit der nicht hinreichend geklärten Verfügung über das Gesamtareal. […] Im Zentrum der Debatte steht auch die Person hinter dem Projekt, René Wilms. Für die öffentliche Einordnung dürfte entscheidend sein, welche wirtschaftlichen Strukturen und Gesellschaften ein solches Vorhaben tragen. Im Schweizer Registerumfeld findet sich die Unique Hotels & Resorts AG von René Wilms „in Liquidation“. Nach einer Veröffentlichung des Schweizerischen Handelsamtsblatts wurde über diese Gesellschaft am Freitag, 26. September 2025, der Konkurs eröffnet. In öffentlich einsehbaren Unternehmensangaben wird René Wilms dabei sowohl in leitender Funktion als auch als Verwaltungsrat geführt. Wimmer verwies zudem auf die im Umfeld befindliche historische Villa Schönhäusl, in der Wilms bei Aufenthalten in Berchtesgaden wohnt. Diese werde zwangsversteigert, wusste Wimmer zu berichten. Im Grundbuch war im vergangenen Jahr ein  Zwangsversteigerungsvermerk  eingetragen. Das sagt für sich genommen nichts über das Hotelprojekt aus. Es erklärt aber, warum im Talkessel die Fragen nach Stabilität und Zeitplan des Vorhabens besonders schnell gestellt werden, zumal sich der Zeitplan in Stanggaß bereits mehrfach verschoben hat und die Gemeinde nach eigener Darstellung weiterhin auf neue Informationen seitens des Investors wartet.
Kilian Pfeiffer
BGLand24.de 8.02.2026

Bemerkenswert, dass in der Pressemeldung der Grünen zwar ausführlich auf die Veranstaltung im Kulturhof mit Vorstellung der Kandidatinnen & Kandidaten zur Landtags- und Bürgermeisterwahl und weiteren Problenfeldern (Notfallversorgung Reichenhall) eingegangen wird, aber besonders schwerwiegende Fakten zur unendlichen Geschichte Klinik Stanggass nicht wiedergegeben werden. So ist die für die Planung in der Stanggass zuständige BERCHTESGADEN ALPS HOTEL AND RESORT DEVELOPMENT GMBH & CO.KG., eine 100% Tochtergesellschaft der Unique Hotels & Resorts AG, seit 26.09.2025 in Liquidation. Erst durch den Beitrag von Kilian Pfeiffer konnten diese und weitere Fakten (Zwangsversteigerung des Schönhäusls = eingetragener Sitz der BERCHTESGADEN ALPS HOTEL AND RESORT DEVELOPMENT GMBH & CO.KG.) etwas mehr Öffentlichkeit bekommen. Siehe auch Nichtregionales zur Geschichte der Klinik.

3.6.2 Unabhängige Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB)

Aus der Homepage der UBB mit der Laufschrift: Berhold Brecht: “Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!”

Themen 05 Zurück auf Start mit der ehemaligen “Kurklinik Stanggaß”

[…]Fazit – Position der UBB
Die Entwicklung der ehemaligen Kurklinik Stanggaß steht exemplarisch für eine jahrelange Fehlentwicklung. Trotz wiederholter Ankündigungen und Planänderungen ist es bis heute nicht gelungen, eine verlässliche, umsetzungsreife Perspektive für das Areal aufzuzeigen. Zeitpläne sind verstrichen, Grundlagen entfallen und das Vertrauen in die Projektverantwortlichen ist zunehmend verloren gegangen.
Vor diesem Hintergrund fordert die Unabhängige Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB), den Aufstellungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 48 aufzuheben. Damit würde für das Grundstück wieder ausschließlich das Baurecht gemäß dem Bebauungsplan von 1989 (Sondergebiet Klinik) gelten. Diese Rückkehr zu einer klaren, rechtlich sauberen Ausgangslage ist aus Sicht der UBB notwendig, um weiteren Schaden von der Gemeinde abzuwenden.
Zudem lehnt die UBB den bisherigen Gesprächspartner ab. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre besteht aus Sicht der UBB keine tragfähige Vertrauensbasis mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit. Stattdessen spricht sich die UBB für direkte Gespräche mit dem tatsächlichen Eigentümer des Grundstücks aus, um eine neue, realistische Perspektive zu eröffnen.
Ziel muss eine Lösung sein, die den heutigen Bedürfnissen der Gemeinde gerecht wird. Aus Sicht der UBB ist dabei ein Modell anzustreben, das bezahlbaren Wohnraum schafft – für Einheimische, Beschäftigte und zukünftige Generationen. Auch interkommunale Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden oder öffentlichen Trägern sollten dabei ausdrücklich geprüft werden.
Die Kurklinik Stanggaß darf kein weiteres Beispiel für Stillstand, Spekulation und unrealistische Großprojekte werden. Sie bietet vielmehr die Chance, endlich eine Entwicklung einzuleiten, die sich konsequent am Gemeinwohl orientiert.
https://www.ubb-bischofswiesen.de/kurklinik-stangga%C3%9F

3.6.3 Sitzung des Gemeinderats der Gemeinde Bischofswiesen am 24.03.2026


Bekanntmachung der Tagesordnung


Punkt 1. der Tagesordnung lautet:

Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses vom 21.05.2015 [21.07.2015] zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 48 für den Bereich der ehemaligen Kurklinik in der Stanggaß

Der Antragsteller ist offensichtlich der Bürgermeister. Der Antrag entspricht damit der Forderung der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB) vom 27.01.2026, den Forderungen der Grünen vom (siehe oben) und dem bereits im Jahr 2022 gestellten Antrag der Grünen und der UBB. Nochmals einige Zeilen aus einem Beitrag des Berchtesgadener Anzeigers vom 23.06.2022:

Dem Beschluss vorausgegangen war ein Antrag der Grünen und der UBB, der im Gemeinderat abgelehnt wurde. Darin fordern sie, den vorhabensbezogenen Bebauungsplan von 2015 aufzuheben. Ziel der Parteien ist es, das Gelände der Kurklinik künftig für bezahlbaren Wohnraum zu nutzen. Michael Sturm (Die Grünen) drückte in der Sitzung seinen Frust aus. »Wir haben kein einziges Modell von dem Investor gesehen«, beklagte er. Die letzte allgemeine Information erhielt die Öffentlichkeit vor sieben Jahren. […] Laut Weber arbeitet der Eigentümer im Hintergrund und hat auch in regelmäßigen Abständen Kontakt zu ihm. Der Gemeinde droht ein Schadensersatz in siebenstelliger Höhe, der für die Vorleistungen angefallen ist, wenn man den Bebauungsplan sofort aufhebt. Da der Sachverhalt so komplex ist, bedarf es einer rechtlichen Beratung. Die Schritte sollen sorgfältig geprüft werden.

Laut Aussage des Bürgermeisters Thomas Weber bei der Sitzung kam es zu mehreren Kontakten mit dem Eigentümer und zu mehreren Fristsetzungen, die jedoch alle nicht eingehalten wurden, worauf er sich für einen Antrag zur Aufhebung des Aufstellungsbeschusses vom 21.07.2015 entschieden hat. Sein Hinweis Man könne ihm aber nicht vorwerfen, damit vorschnell zu handeln ist bei dieser Ausgangslage nur rhetorisch zu verstehen. Auch dass er das Wort Druckmittel (gegen Investor, evtl. wg. Baurecht) nicht hören will und statt dessen nur ein . Man wird sehen, wozu sich der Investor entscheidet. zu hören ist, erscheint wegen der - eigentlich schon lange bekannten - mittlerweile aber belegbaren Fakten (Liquidation) - unverständlich.

Merkwürdig: Obwohl im Februar 2026 sowohl von den Grünen als auch von der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB) diese Forderung nach Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan erneut gestellt wurde (siehe oben), erfolgte der erste Redebeitrag zu diesem Tagesordnungspunkt in der Sitzug des Gemeinderates durch Hans Metzenleitner (SPD oder SPD-Bürgerliste?), der noch 2022 gegen einen gleichlautenden Antrag gestimmt und diesen damals als populistisch bezeichnet hatte. Sein Beitrag gipfelte in der Forderung »rote Karte zeigen« und toppte damit seine bisherigen Einschätzungen »kein gutes Gefühl« (2024), »vorsichtigem Optimismus« und »Die Gemeinderäte der letzten Jahre haben gut daran getan, an einer touristischen Nutzung für das Geiger-Grundstück festzuhalten« (2015) sowie »leicht optimistisch« und »hohes Maß an Transparenz« (2014).

Wesentlich emotionaler war der Wortbeitrag von Simon Schwaiger (CSU). Auch er kann etwas nicht mehr Hören. Sein Beitrag begann mit den Worten: »Ich kann das Gerede über Bezahlbaren Wohnraum nicht mehr ertragen.« Seiner Begründung »Bezahlbar ist alles – aber für wen?« ist zwar schwerlich zu widersprechen, welchen Sinn diese Veweigerung hat, erschließt sich zumindest nicht jedem Zuhörer. Einige könnten dabei eher an die in einem früheren Leserbrief an den Berchtesgadener Anzeiger geäußerte Meinung, dass für Gemeinderatsmitglieder Mieter Menschen zweiter Ordnung sind, erinnert werden.

Erstaunlich ruhig und sachlich dagegen der Redebeitrag von Paul Grafwallner (UBB), der kurz auf einige Punkte der unendlichen Geschichte einging und sich abschließend beim Bürgermeister für den Antrag zur Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses bedankte.


Presseberichte über die Gemeinderatssitzung: Berchtesgadener Anzeiger vom 26.03.2026 und Reichenhaller Tagblatt vom 27.03.2026

3.6.3.1 Berchtesgadener Anzeiger 2026: Aus für Hotelprojekt in der Stanggaß

Gemeinderat zieht nach jahrelanger Verzögerung die Reißleine - Bebauungsplanverfahren wird eingestellt
(Berchtesgadener Anzeiger, 26.03.2026)
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/bischofswiesen_artikel,-aus-fuer-hotelprojekt-in-der-stanggass-_arid,988209.html

[…] Die Geduld im Gemeinderat wurde zunehmend auf die Probe gestellt. Schon 2022 gab es einen Vorstoß aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen und der UBB, das Verfahren ganz zu beenden – damals noch ohne Erfolg. Stattdessen forderte das Gremium erneut klare Aussagen zum weiteren Vorgehen.
Doch auch in den folgenden Jahren blieb der Durchbruch aus. Zuletzt setzte die Gemeinde dem Projektträger eine Frist bis Ende Februar diesen Jahres, um endlich alle notwendigen Unterlagen vorzulegen. Verbunden war dies mit einer klaren Ansage: Sollte die Frist erneut verstreichen, werde man das Projekt beenden. Und genau das ist nun am Dienstagabend während der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats passiert.
Da weder vollständige Unterlagen noch ein realistischer Zeitplan vorliegen, hat der Gemeinderat nun die Konsequenzen gezogen. Das Bebauungsplanverfahren für das geplante Hotel wurde offiziell aufgehoben – das Projekt ist damit vorerst vom Tisch.
Während der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele Gemeinderäte erleichtert sind, den Tagesordnungspunkt noch in einer der letzten Sitzungen des alten Gremiums behandelt zu haben. Zugleich schwang Dankbarkeit mit, das langwierige Thema zumindest vorerst zu einem Abschluss gebracht zu haben. Thomas Resch (Freie Wähler) betonte, dieser Fall zeigt, wie schwierig sich Entscheidungsprozesse in der Kommunalpolitik mitunter gestalten. So hat Bürgermeister Thomas Weber immer wieder versucht, Bewegung in die Angelegenheit zu bringen – sogar ein möglicher Ankauf des Areals stand im Raum, wurde jedoch bislang stets vom Projektträger abgelehnt. Für den scheidenden Bürgermeister war es ein persönliches Anliegen gewesen, nach zwölf Jahren im Amt einen Schlussstrich unter das Projekt zu ziehen, das ihn während seiner gesamten Amtszeit begleitet hatte.
Ein zentrales Hindernis bleibt nach wie vor bestehen: Die Gemeinde ist nicht Eigentümerin des knapp vier Hektar großen Grundstücks. Für Hans Metzenleitner (SPD) liegt genau darin der Kern des Problems.
Wie es mit dem Areal weitergeht, bleibt indes offen. Nicht ohne Grund wurde in der Diskussion von einer »unendlichen Geschichte« gesprochen – schließlich zieht sich der Verfall des Grundstücks mittlerweile über drei Jahrzehnte hin. Michael Sturm (Bündnis 90/Die Grünen) richtete daher den Blick nach vorne und appellierte an den neuen Gemeinderat, das Thema aktiv anzugehen. Er könne sich auf dem Gelände die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorstellen. Voraussetzung dafür sei jedoch zunächst, dass das Grundstück in den Besitz der Gemeinde übergeht.
Dieses Ziel bezeichnete Paul Grafwallner (UBB) zwar als wünschenswert, zugleich aber als äußerst schwierig umzusetzen. Simon Schwaiger (CSU) brachte die Problematik schließlich prägnant auf den Punkt: »Bezahlbar ist alles – aber für wen?« Ein Vergleich mit der Wohnbebauung am Burgergraben greife seiner Ansicht nach zu kurz, da sich dieses Grundstück bereits im Eigentum der Gemeinde befand. Dort wird mit Unterstützung der BayernHeim GmbH ein Projekt für bezahlbaren Wohnraum realisiert werden – eine Ausgangslage, die in der Stanggaß bislang fehlt. cr
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3.6.3.2 Aus BGLand24.de: „Investor jetzt im Zugzwang“: Gemeinde will Schlussstrich für Hotelprojekt in Stanggaß ziehen

Als „alpines Dorf“ angekündigt,wurden die Pläne für das Grundstück der brachliegenden ehemaligen Kurklinik in Bischofwiesen schon vor Jahren vorgestellt. Bis jetzt wurden keine Schritte gesetzt. Im Bischofswieser Gemeinderat am 24. März war das Projekt erneut auf der Tagesordnung.
BGLand24.de 26.03.2026 Johanna Janisch
https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/bischofswiesen-ort28409/rote-karte-fuer-den-investor-gemeinde-will-schlussstrich-fuer-hotelprojekt-in-stangass-94234990.html

[…] Ein Fortschreiten des Bauvorhabens sieht der Bürgermeister nicht: Auf der Tagesordnung stand daher, den aktuellen Bebauungsplan aufzuheben. Man könne ihm aber nicht vorwerfen, damit vorschnell zu handeln: Er habe das Gespräch immer wieder gesucht, aber passiert sei nichts.[…]
„Das ist eine unendliche Geschichte. Wir sind an der Nase herumgeführt worden. Der Zeitplan wurde nicht eingehalten. Die Immobilie liegt brach und ist baufällig. Es wird Zeit, dass man dem Investor die rote Karte zeigt“, schildert Hannes Metzenleiter von der SPD. […]
„Der Bebaungsplan ist immerhin Hoheit der Gemeinde. Man müsste vielleicht noch prüfen, ob der alte Plan gültig ist oder dann gar kein Baurecht besteht, das könnte ein Druckmittel für die Gemeinde sein, um das Grundstück vielleicht doch günstiger zu erwerben“, so Marlies Moderegger von den Grünen. Das Wort „Druckmittel“ will der Bürgermeister nicht hören: „Man wird sehen, wozu sich der Investor entscheidet.“

4 Schönhäusl - historisches Anwesen in Bischofswiesen

Eingang zum historischem Anwesen (Hanielstraße 11, Bischofswiesen), von dem aus der CEO der “Unique Hotels & Resorts” die Geschäfte führt

Die kaum leserlichen Angaben am Briefkasten lauten:

  • European Alps Development GmbH & Co. AG
  • Unique Selections AG

Eine European Alps Development GmbH & Co. AG existiert im Internet nicht, eine UNIQUE SELECTIONS AG ist mit Sitz in Luzern, Obergrundstraße 61 gemeldet, eine Adresse die sie sich mit weiteren 58 aktiven AGs, GmbHs, … und 28 Gesellschaften mit dem Vermerk: in Konkurs, Liquidation oder gelöscht befinden.

Hier die Institute, die mit der Adresse Hanielstraße 11, Bischofswiesen (Schönhäusl) gemeldet sind (nach North Data https://www.northdata.de/,einem Institut das Wirtschaftsinformationen durch Analyse von Firmenveröffentlichungen ermittelt, letzter Aufruf 01.04.2026):

  • BERCHTESGADEN ALPS HOTEL AND RESORT DEVELOPMENT GMBH & CO.KG. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb eines Areals in Bischofswiesen und die Entwicklung und Vermarktung eines Resorts und Hotels auf diesem Areal.

  • BERCHTESGADEN ALPS HOTEL AND RESORT VERWALTUNGS GMBH Gegenstand des Unternehmens; Übernahme der Geschäftsführung und der persönlichen Haftung der Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Development GmbH & Co. KG. Dreimaliger Wechsel des Geschäftsführers: Ab 13.06.2023 ist René Wilms GF.

  • SELECTED SERVICES ACADEMY GMBH Gegenstand des Unternehmens: Fort- und Ausbildung von Fachkräften, die in der internationalen Hotel-/ Hospitality- Industrie tätig sind, außerdem Dienstleistungen für die Auswahl und Vermittlung von Fachkräften. Gegenstand des Unternehmens ist ferner die Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Stiftungen und der Industrie im Bereich der Fort- und Ausbildung. Wechsel des Geschäftsführers: Ab 12.06.2023 ist Götz Schulze GF.

Weitere beteiligte AGs:

  • European Alps AG (Kommanditist der Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Verwaltungs GmbH) Gegenstand des Unternehmens: Entwicklung, Planung und Betrieb von internationalen Hotel-, Residenz- und Wellness/Sportanlagen; Erwerb, Verwaltung, Belastung und Veräusserung von Grundeigentum; Vornahme von Finanzierungen sowie Zurverfügungstellung von Garantien, Bürgschaften und anderen Sicherheiten zugunsten von nahestehenden Gesellschaften oder Dritten. Sitz in Luzern, Obergrundstraße 61. Mitglied des Verwaltungsrats: René Wilms.

  • UNIQUE HOTELS & RESORTS AG Gegenstand des Unternehmens: Planung, Entwicklung und Betrieb von internationalen Hotelanlagen sowie von Spa-, Wellness- und Healthcare-Betrieben; Erwerb oder Errichtung von Unternehmungen; Erwerb, Verwaltung und Veräusserung von Grundstücken sowie Urheberrechten, Patenten und Lizenzen aller Art. Eintragung am 27.02.2013 mit Sitz in Luzern, Obergrundstraße 61. Laut Homepage ist René Wilms Founder and CEO, weitere Teammitglieder sind Adrian Zecha und Ralf Ohletz Count von Plettenberg.In der Homepage https://unique-hotels-and-resorts.com/ ist auch unter PROJECTS folgende Seite zu finden;

Alte Homepage der Unique Hotels & Resorts AG / projects

Die Homepage ist derzeit (März 2026) nicht mehr erreichbar; es erscheint under construction.

UNIQUE HOTELS & RESORTS AG ist seit September 2025 in Liquidation.

5 Nichtregionales zur Geschichte der Klinik

Bisher wurden nur Berichte von regionalen Zeitungen zitiert; hier ein Hinweis auf überregionales Interesse mit einem etwas anderem Verständnis von relevant für die Öffentlichkeit.

Unter dem Label - Inkasso-Team AG. Erfahrene Geldeintreiber aus der Schweiz. International im Einsatz werden Berichte offeriert zu den Themen:

Schuldner ausfindig machen
Nachfrage nach Erfahrung mit Schuldnern
Warnungen vor Schuldnern.

Unter der Rubrik Nachfragen findet sich ein Unterpunkt: René Wilms, European Alps AG usw.

5.1 René Wilms, Luzern und Berlin

René Wilms ist ein in Berlin und Luzern privat ansässiger Geschäftsmann, tätig im high-end Hotel- und im Immobilienbereich. Er ist einziger Verwaltungsrat der European Alps AG mit Sitz in Luzern. Diese Gesellschaft spielt eine Rolle bei der Finanzierung des weiter unten erwähnten Projekts «Stangass», Bischofshofen bei Berchtesgaden.

5.2 Projekt Stangass Bischofswiesen (Stand Juni 2022)

Es geht um die Neunutzung des Areals der ehemaligen Kurklinik Stanggass. Eigentümerin des Projekts ist die Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Development GmbH & Co. KG, Bischofswiesen. Haftender Gesellschafter ist die Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Verwaltungs GmbH. Deren Geschäftsführer ist Nath, Holger, Berlin.** [Anmerkung: Holger Nath war Geschäftsführer bis 13.06.2023, danach Geschäftsführer: René Wilms] Persönlich haftender Gesellschafterin ist die Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Verwaltungs GmbH, Bischofswiesen. Kommanditist dieser ist die eingangs erwähnte European Alps AG, Luzern, Einlage: € 10.000,00. Diese Gesellschaft haftet bis zu diesem Betrag.

Mit den einleitenden Worten Es ging mit disem Projekt lange Zeit nichs voran. folgen einige korrekt wiedergegebene Zitate aus Artikeln des Berchtesgadener Anzeigers, die bereits in vorigen Kapiteln erwähnt wurden.

5.3 Projektstand Ende 2023

Der Support des Gemeinderats für das Projekt lag zwischenzeitlich vor. Im Februar 23 fand ein Workshop mit div. Behörden, inkl. Feuerwehr usw. statt. Eine Baugenehmigung könnte in 15-18 Monaten möglich sein, hiess es damals. Der aktuelle Wert des Grundstücks soll gemäss einem Gutachter zwischen € 15 und 20 Mio. liegen. Es gab seither regelmässige Projektsitzungen mit Vertretern Gemeinderat, Architekten, Bauamt.

Auch hier folgen Zitate aus der Abendzeitung und dem Berchtesgadener Anzeiger aus dem entsprechendem Zeitraum (bereits in früheren Kapiteln erwähnt).

5.4 Nach wie vor überfälliges Darlehen Kauf Grundstück Stanggass – Finanzierung Hotelprojekt offen (Stand Juni 24)

Problematisch ist, dass René Wilms über seine Firma European Alps AG, Luzern, für den Kauf des Grundstücks „Stanggass” im Juli 2017 zweckgebunden ein Darlehen über € 2.2 Mio. aufnahm. Darlehensgeberin ist eine Firma aus Stuttgart, deren Inhaber das Darlehen auch ohne besondere Sicherheiten im Rahmen einer „freundschaftlichen” Beziehung und im Vertrauen gewährte. Als Laufzeit waren 24 Monate vereinbart.

Zur Erinnerung: Am 4.07.2017 war von der Sparkasse Berchtesgadener Land eine Zwangsversteigerung des Bischofswieser »Geiger«-Hotels angesetzt.

Ausgangslage bei der Versteigerung war zunächst ein angesetzter Verkehrswert von 2 Millionen Euro, mit dem sich die Sparkasse allerdings nicht zufrieden geben wollte. Für 2,4 Millionen Euro erhielt Wimmer schließlich den Zuschlag, weitere Bieter gab es nicht.

Vertragswidrig trug Wilms zuerst nicht einmal das vereinbarte Pfandrecht ein. Auf nachhaltigen Druck zahlte er verspätet € 800’000 zurück, später auch noch € 60’000.–. Die Restforderung (rund € 1.3 Mio. zuzüglich 9% Zinsen) wurde durch in einem Urteil des Bezirksgerichts Luzern im Juli 2022 tituliert. Das Problem: Eigentümerin des Projekts „Stanggass” ist die Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Development GmbH & Co. KG. Persönlich haftender Gesellschafterin ist die Berchtesgaden Alps Hotel and Resort Verwaltungs GmbH, Bischofswiesen. Kommanditist dieser GmbH ist die European Alps AG, Luzern. Einlage: € 10.000,00 EUR. Die European Alps AG hat offenkundig keine anderen Mittel oder Assets. Es ist absehbar, wozu eine Konkursandrohung / ein Konkurs führen würde. Wilms hat das geschickt eingefädelt. Der ursprüngliche Darlehensgeber war ein ihm freundschaftlich verbundener Geschäftspartner. Behandelt man so Freunde?

Dem Vernehmen nach soll nach wie vor kein Nachweis für die Finanzierung des Hotelprojekts durch René Wilms vorliegen. Es stellt sich die Frage, wie mit der aktuell beobachtbaren Projektführung ein Ergebnis erreicht werden soll.

5.5 Weitere Engagements im Hotelbereich - weitere unbezahlte Rechnungen & Gehälter

René Wilms ist gut vernetzt in der high-end Hotellerie. Er ist Managing Director des 5 Sterne Hotels «la Coquillade» mit Weinbau Aureto und BMC-Bike-center (Coquillade Provence Resort & Spa, Le Perotet, 84400 Gargas). Das Hotel wurde von einem bekannten inzwischen verstorbenen Schweizer Unternehmer aufgebaut und ist nun in den Händen seiner Söhne. Die Umbauten (Reparaturen/neues Konzept) erfolgten im Jahr 2021. Das Hotel wurde anfangs Jahr 2022 wieder eröffnet und zum besten Ferienhotel in Frankreich gewählt, 4. Bestes in Europa und weltweit 26. Es scheint, dass Wilms dort tageweise vor Ort tätig ist oder nach neuesten Angaben eventuell auch war.

Mittlerweile sind zwei Lieferanten bekannt geworden, gegenüber denen unbezahlte Rechnungen (für Lieferung an das Hotel in Südfrankreich) offen sind, beides Mal im tieferen 6-stelligen Bereich. Wilms spielt auch hier auf Zeit, resp. bestreitet in einem Fall wider alle Fakten, dass eine Leistung erfolgt sei.

In der Zwischenzeit sind weitere unbezahlte Rechnungen und Gehälter bekannt geworden. Die Informanten berichten unisono: Fehlende Einhaltung von Abmachungen seitens René Wilms, Ausreden, Vertröstungen, viele Worte betreffenden Verpflichtungen und Projekten, aber keine Resultate.
https://schuldner-finden.com/rene-wilms-european-alps/

6 Fazit

Die bloße Aneinanderreihung von Zeitungsberichten ergibt nur ein schwer lesbares und mühsam zu interpretierendes Bild der zeitlichen Abläufe um die Geschichte der Klinik in der Stanggaß. Die Fakten scheinen jedoch wie gemacht für das Drehbuch eines Film: fragt sich nur, ob für eine Komödie, ein Drama oder einen Krimi.