1 Vorstellung von F. W.
F. W. ist nicht nur profunder Leserbriefschreiber …
Berchtesgadener Bürgergruppe stellt Kanditaten und kommunalpolitisches Gesamtpaket vor
Berchtesgadener Anzeiger 19.01.2026
Seit Mai 2026 stellt diese Bürgergruppe die 3. Bürgermeisterin in Berchtesgaden.
2 Leserbrief zur Berichterstattung über die Hindenburglinde

Zum Ernennung der Hindenburglinde zum Nationalerbe-Baum durch das Kuratorium Nationalerbe-Bäume.
Zu wenig der Demut?
[…] Die angesprochene Wichtigkeit des Problems wird geradezu manifestiert in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung als überregionale objektive und moralische Instanz. Auf Leser wirkt dieser Hinweis im Leserbrief fast wie ein Erpressungsversuch gegenüber jenen Mitgliedern des Gemeinderats der Ramsau, welche diesen Aspekt nicht ernst zu nehmen scheinen. […]
Während immer mehr Menschen nicht wissen, was ihnen die Zukunft bringt und wie sie ihr Leben finanzieren sollen, legt eine ideologisierte Elite fest, was die richtigen und wichtigen Probleme sind.
Wie scheinheilig dieses Thema ist, kann man an einem Konstrukt sehen: Wäre Hindenburg ein migrierter, farbiger, Transmann gewesen, wäre er trotz seines damaligen Verhaltens unanfechtbar und der Name »Hindenburglinde« würde nicht zur Disposition stehen.
F. W.
Leserbrief Berchtesgadener Anzeiger, 29.10.2022
Der Autor des zitierten Artikels der Süddeutschen Zeitung vom 9. Oktober 2022 arbeitet seit 2006 bei der Süddeutschen Zeitung, ist seit 2015 Korrespondent für Oberbayern und hat viele Beiträge mit Bezug zur Ramsau veröffentlicht. In dem Beitrag verweist er auf einen Bericht des Berchtesgadener Kreisheimatpflegers:
… An dem Tag [26.März 1933] fühlte sich ein anderes Gremium, nämlich der Ramsauer Gemeinderat, dafür zuständig, den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg sowie den knapp zwei Monate zuvor von genau diesem Hindenburg zum Reichskanzler ernannten Adolf Hitler zu Ramsauer Ehrenbürgern zu machen. So berichtet das alles der Berchtesgadener Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger. Demnach erhielt Hindenburg zum Dank für die Berufung Hitlers von den Ramsauern an jenem Tag zusätzlich noch die Linde, rein namensmäßig jedenfalls. […] Dass sie jetzt als “Hindenburglinde” zum Nationalerbe erklärt wurde, ist aber zu viel der Ehre. Und zwar nicht für den Baum.
Matthias Köpf
SZ 9.10.2022
Soweit die ideologisierte Elite [Kreisheimatpfleger, Berchtesgadener].
Hindenburg ein migrierter, farbiger, Transmann - für einen Berchtesgadener, der nur drei Sorten vom Menschen kennt - Mannerleit, Weiberleit und Berchesgadener, ein bemerkenswertes Konstrukt, das - so die Behauptung - in der heutigen Zeit bevorzugt wird (unanfechtbar). Eine derartige Begünstigung - z.B. von Migranten - wird auch in AfD-Programmen behauptet:
Oft werden Asylbewerber, die sich hier illegal und ohne Asylgrund aufhalten, bei der Wohnungsvergabe bevorzugt.
Rahmenprogramm für den AfD-Landesverband Bayern für die Kommunalwahlen 2026, Seite 23
3 Leserbrief zum Artikel über die Von-Hindenburg-Allee

Bürger sollen entscheiden zum Artikel vom 10.November [2025]
[…] 3. Der Hinweis, dass die internationale Presse bereits »über rechte Vorfälle und den schwierigen Umgang mit der Vergangenheit …« schreiben »musste« wirkt eindeutig als Drohung. Als Berchtesgadener empfinde ich diese haltlose Stigmatisierung Berchtesgadens ohnehin als Frechheit. Die zitierte Zeitung ist bekennend linksliberal. […] 5. Durch den Artikel zieht sich die Deutungshoheit und deren Rechtfertigung wie ein roter Faden. Das Problem dabei ist, wenn die Von-Hindenburg-Allee umbenannt würde, wäre das erst der Anfang. Danach, so die verständliche Angst vieler Berchtesgadener Bürger, würde die historische Desinfektion Berchtesgadens nach dem Gutdünken einiger Nicht-Berchtesgadener nach der immerzu gleichen Methodik erfolgen.
F. W.
Leserbrief Berchtesgadener Anzeiger, 13.11.2025
Der Leserbrief bezieht sich auf einen Beitrag im Berchtesgadener Anzeiger vom 10.11.2025 mit dem Titel Was wird aus der Von-Hindenburg-Allee?. Der Artkel basiert auf einem Gespräch von Kilian Pfeiffer mit Mitgliedern des Vereins Berchtesgaden gegen Rechts – Für Vielfalt und Demokratie. Darin heißt es:
Die internationale Aufmerksamkeit hat der Ort bereits gespürt. Die britische Zeitung »The Guardian« berichtete ausführlich über rechte Vorfälle und den schwierigen Umgang mit der Vergangenheit.
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land/berchtesgaden_artikel,-was-wird-aus-der-vonhindenburgallee-_arid,965949.html
Die Konstruktion eines derartigen Feindbildes - viele Berchtesgadener Bürger in Angst vor Nicht-Berchtesgadenern, die sie mit einer historischen Desinfektion bedrohen, - ist auch wegen der Verwendung eines Begriffs aus der Parasitolgie bemerkenswert, ebenso die Ansicht, dass neben der Pflege von Traditionen und Bräuchen offensichtlich auch geschichtliche Chronologien zur Identität der Einheimischen gehören, die gegen fremden Einfluss verteidigt werden muss. Auch hier lassen sich Parallelen im AfD-Rahmenprogramm finden:
Nur wenn wir selbstbewußt zu unseren Werten und unserer Identität stehen, können integrationswillige Menschen einen klaren Rahmen finden, in dem sie sich einfügen und teilhaben können.
Wir stellen uns gegen eine (Um-) benennung von Straßen und Plätzen nach ideologischen Gesichtspunkten und falsch verstandener politischen Korrektheit.
Rahmenprogramm für den AfD-Landesverband Bayern für die Kommunalwahlen 2026, Seite 37 bzw. 42
4 Tradition und Bräuche im Berchtesgadener Land
