Ausgangspunkt für den folgenden Beitrag ist jeweils ein älteres - meist vor 1955 entstandenes - in der Spielesammlung vorhandenes Spiel - wie z.B. das um 1890 entstandene Sala-Spiel Indische Rutschbahn. Während bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein bei Spielen meist nur der Spieleverlag angegegeben und bekannt war (z.B. ein Ravensburger Spiel), wurden später häufig auch die Spieleerfinder, die Spieleautoren genannt und beworben (z.B. ein Spiel von Rainer Knizia). Bei Spielen aus der Zeit vor 1955 finden sich neben der Verlagsangabe gelegentlich auch Hinweise auf Künstler, die an der Gestaltung der Spiele beteiligt waren. Im Folgenden werden daher die Spiele aus der Spielesammlung einem Verlag zugeordnet und mit mehreren Spielen desselben Verlages gruppiert. Es folgen - soweit vorhanden - allgemeine Informationen zu den Spieleverlagen, zu Spielwarengeschäften sowie zu an der Entwicklung bzw. Gestaltung beteiligten Künstlern, bevor die Spiele aus der Spielesammlung näher beschrieben werden.
In Teil I werden die Verlage Sala, Joseph Scholz Mainz und Ravensburger berücksichtigt (26 Spiele).
In Teil II werden die Verlage Spear, Schmidt, Goebel, Stomo, Hausser, Spielefabrik L. Kleefeld & Co. und Waddington Spiele beschrieben.
In Teil III wird jeweils ein einzelnes Spiel von anderen Verlagen beschrieben.
In Teil VI werden Spiele berücksichtigt, bei denen die Verlagsangabe fehlt
1 SALA
1.1 Verlag
Der aus Italien stammende Antonio Pietro Vinzenz Sala handelte nachweislich bereits 1832 in Berlin mit italienischen Galanteriewaren. Im Jahre 1845 gründete er einen Kunstverlag. Um 1850 entstand der Begriff Luxuspapier für besonders verarbeitete, hochwertige Papierwaren. In den folgenden Jahren entstanden weitere Unternehmen.
Spätestens ab 1882 kamen seine Söhne Adolf und Fortunato Sala ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch zum erstmals der Begriff Spiel in den Firmennamen aufgenommen: Fabrik Fröbelscher Lehrmittel und Spiele.

Die Positionierung des Unternehmens war klar: hoher Preis / hohe Qualität. In dieser Zeit wurden auch bunt bedruckte Papiertheater - eine Mischung aus Theaterbühne und Kinoleinwand für Kinder und Erwachsene - mittels Chromolithographie hergestellt. Ein Beispiel dafür ist das Märchen-Panarama; ein Exemplar dieses Papiertheaters wurde in der Sendung Kunst und Krempel des Bayerischen Rundfunks vorgestellt:
Im BR-Video wird auch darauf hingewiesen, dass zu dieser Zeit noch luxuriösere Varianten des Sala-Papiertheaters hergestellt wurden, bei denen auch eine Spieluhr eingeschaltet werden konnte.
Die Spiele dieser Zeit sind durch ein Logo gekennzeichnet, das aus den verschlungenen Buchstaben A und S mit einer Krone darüber besteht. Es sind zwei Versionen bekannt: A und S mit einer Krone an der Spitze in einem roten Siegel und A und S mit einer Krone an der Spitze, schwarz auf weißem Hintergrund. Bei mit der zweiten Version gekennzeichnete Spielen ist gewöhnlich auch eine Verlagsnummer vorhanden.


1908 wurde ein neues Unternehmen gegründet: A.Sala, Lithographische Anstalt, Buchbinderei, Spezialität Gesellschafts- und Beschäftigungsspiele (Inhaber Fortunato & Adolf Sala). Von nun an gab es das rote Siegel mit den Buchstaben A und S, später mit der Aufschrift Sala Spiele erfreuen jedes Kinderherz bzw. Aus dem Verlag der Sala-Spiele mit dem Rotsiegel, und später nur noch SALA:
Nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg führte der wirtschaftliche Niedergang zu Qualitäts- und Auflagenverlusten und, wie bei anderen deutschen Firmen auch, zu Nazispielthemen (z.B. das Wehrmarkt-Quartett-Spiel oder das Führer-Quartett von 1938).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion der Firma Sala an Schwertle & Schanz, Berlin, ausgelagert, 1990 wurde die Firma schließlich an Schwertle & Schanz verkauft und 1992 in Salaspiele umbenannt, bis schließlich 1994 das Logo Salaspiele vom Markt verschwand.
https://www.jeuxanciensdecollection.com/2022/08/sala-le-catalogue.html
1.2 Künstler
1.2.1 Friedrich Kaiser
Die mit der durch Chromolithographie hergestellten Bilder betrauten Künstler sind nur schwer zu ermitteln - wenn sie nicht direkt genannt werden. Ein Papiertheater des Verlags mit dem Titel Eine Reise durch Afrika (siehe auch Spiele aus der Sammlung) gibt einige Hinweise:
Das Kürzel FK steht vermutlich für Friedrich Kaiser. 1889 könnte das Entstehungsjahr der Lithographien sein.
Die Deckelillustration und 3 Tafeln sind mit “F. K.” monogrammiert, dabei könnte es sich um den in Berlin lebenden Aquarellmaler Friedrich Kaiser (1815-1890) handeln, der das 1874 erschienene Kinderbuch “Aus Nord und Süd” illustriert hat.
https://www.lotsearch.de/lot/expedition-through-africa-an-51986799
Zum Kinderbuch;
Titel: Aus Nord und Süd, Land- und See-Bilder für die Jugend ; Rudolf Scipio ; mit vier Illustrationen in lithographischen Farbendruck. Gezeichnet von Fr[iedrich] Kaiser in Berlin Verlag: Breslau, Trewendt Erschienen 1874
https://www.zvdd.de/dms/load/met/?PPN=PPN1885840276
Ein Lebenslauf von Friedrich Kaiser ist vom Verein Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V. verfasst worden:
Seine ersten Zeichenerfahrungen unter Anleitung hat Friedrich Kaiser vermutlich im Lörracher Pädagogium gesammelt, das er zusammen mit seinem älteren Bruder Eduard besuchte. Die eigentliche künstlerische Ausbildung erhielt er wohl in Karlsruhe und München; Inspiration zu Historien- und Schlachtengemälden scheint er sich um 1837 bei einem Aufenthalt in Paris geholt zu haben. […] Seine Historien- und Schlachtengemälde hingegen zeigen zwar ebenfalls feine Details bis hin zu den Gesichtern von Menschen, sind aber keineswegs reines Abbild der Realität, sondern nachträglich im Atelier komponiert. Ereignisse und Personen scheinen oftmals im Sinne der Auftraggeber stilisiert worden zu sein. Aufträge akquirierte der Ende der 1840er Jahre in der Residenzstadt Karlsruhe wohnende Künstler, indem er möglichen Auftraggebern Arbeitsproben oder Vorschläge schickte. Dem Großherzog von Baden etwa sandte er Anfang 1854 zwei Skizzen und erhielt gut einen Monat später den Auftrag, die „Entwürfe in Öl aus[zu]führen“. Auch der Sieger über die Badische Revolution, der Prinz von Preußen und spätere Kaiser Wilhelm I., war von seinen Bildern angetan und holte ihn für Auftragsarbeiten nach Berlin, das ab 1850 zu seinem dauerhaften Wohnort wurde.
Wie finanziell abhängig Friedrich Kaiser – der auch für seine Frau und (solange sie nicht auf eigenen Füßen standen) fünf Kinder zu sorgen hatte – von Aufträgen war, zeigte sich besonders krass gegen Ende seines Lebens. Nach Schlaganfall und Erkrankung war er spätestens Mitte der 1880er Jahre nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Er verarmte und konnte sich nur dank einer bescheidenen finanziellen Zuwendung des Badischen Großherzogtums über Wasser halten, bis er 1889 in Berlin starb.
https://www.arbeitskreis-regionalgeschichte.de/veranstaltungen/berichte/friedrich-kaiser/
1.3 Spielesammlung
1.3.1 Klassen-Lotterie
Zu einem Sala-Spiel mit dem Titel Klassen-Lotterie Gesellschaftsspiel für Jung und Alt findet sich ein Hinweis auf eine Preisliste von A. Sala mit einem wahrscheinlichen Entstehungsjahr von 1888 in einer Ludografie des Sala-Verlages.
https://de.wikipidia.org/wiki/A._Sala/Ludografie mit einem Hinweis auf eine Preisliste von A. Sala.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Preisliste_von_A._Sala_-_10_Seite_16-17.jpg

Preisliste von A. Sala - Seite16-17
Vorbild für dieses Spiel waren Lotterien, die seit dem 17. Jahrhundert an mehreren Orten in Europa durchgeführt wurden - meist um eine leere Staatkasse zu füllen oder um bestimmte Institutionen zu begünstigen. In 18. Jahrhundert waren es vorrangig zwei Versionen von Glücksspielen - das Lotto, z.B. die als Genuesisches Lotto (5 Gewinnzahlen aus 90) bekannte Version1 - und die Lotterie oder Klassenlotterie. Lotterie - häufig auch Nieten und Gewinne Lotterie bezeichnet - basiert auf der Verwendung von zwei Zufallsziehungen unter Verwendung von Lostrommeln oder ähnlchen Instrumenten (allgemein als Urnen bezeichnet). Eine Urne wird mit einer endlichen Zahl von nummerierten Losen gefüllt, während eine zweite eine gleiche Anzahl von mit als Niete oder Gewinn (in unterschiedlicher Höhe) markierten Losrollen enthält. Durch gleichzeitige Ziehung aus den beiden Urnen entsteht eine Zuordnung von Los zu Niete/Gewinn für alle nummerierten Lose. Auf diese Weise konnten Gewinnlisten erstellt werden, die die Losnummer und den auf dieses Los entfallenen Gewinnbetrag enthielten - häufig ergänzt durch einen Spruch.
Das Exemplar in der Spielesammlung ist relativ gut erhalten. Eine Spielanleitung fehlt jedoch.
Auf dem Schachteldeckel befindet sich eine sehr frühe Variante des Sala Logos:
Ein weiterer Hinweis auf das Entstehungsjahr ergibt sich aus der Beschriftung der beiliegenden Lotterielose mit den Nummern 1250 bis 1299 (vollständig vorhanden), die an die Mitspieler gegen einen Einsatz verkauft werden:
Sowohl das Logo als auch die Schreibweise von Lotterie-Loos bestätigen eine Entstehung vor 1900.
Die erste Urne besteht aus einem Säckchen, das mit Chips mit den Lotterienummern 1250 bis 1299 befüllt ist (Nr. 1270 fehlt). Bei den Ziehungen wird jeweils ein Chip blind gezogen.

Chips mit Lotterienummern
Die zweite Urne, die Lostrommel, wird mit Gewinnrollen befüllt (45 vorhanden, wahrscheinlich fehlen 5). Die eigentliche Ziehung erfolgt dann mit Hife eines Ziehungsgerätes.
Durch diese zwei Ziehungen können Gewinnlisten erzeugt werden und die ermittelten Gewinne an die Spieler ausgezahlt werden.
1.3.2 Eine Reise durch Afrika
Aus einer Auktion 2024 im Auktionshaus Kiefer in Pforzheim:
A “Cyclorama” in 22 pictures. (Berlin, Sala ca. 1889). 30,5 x 37,5 cm. 22 farblithogr. Tafeln zusammen auf 2 Walzen in einen Schaukasten montiert, sodaß sie durch drehen mit einer kleinen Holzkurbel in einem Passepartout sichtbar werden. Orig.-Theaterkasten aus Holz mit zweiteiligem Dach aus Karton sowie 2 sep. aufstellbaren Seitenteilen und dekorativen farblithogr. Illustrationen in Orig.-Pappkassette mit farblithogr. Deckelbild. (Verlags-Nr. 4147). Böhmer, Papiertheater 170 (franz. Ausg. mit Abb. 50). Buijnsters, Papertoys S. 64 u. 224 (mit Farbabb.). Katalog der Deutschen Lehrmittelanstalt Klodt, Frankfurt 1892/93, Nr. 511 (mit Abb.). - Sehr seltenes dekoratives Papiertheater. - Die Tafeln zeigen: geschlossener Bühnenvorhang, Spanischer Hafen, Einschiffung, Schiff auf See, Sturm in Sicht, Gewitter auf See, Rettungs-Versuche, ein Wrack, Port Said, Kairo, Karawanserei, Karawane in der Wüste (2 Tafeln), der Samum, bedrängte Karawane, Löwe, Giraffen überfallend, Wüsten-Gegend, Straußenjagd, Sonnen-Untergang, Abend-Dämmerung, Nachtlager, Morgen-Dämmerung, Krokodiljagd, Ankunft bei Muselmännern. - Die Deckelillustration und 3 Tafeln sind mit “F. K.” monogrammiert, dabei könnte es sich um den in Berlin lebenden Aquarellmaler Friedrich Kaiser (1815-1890) handeln, der das 1874 erschienene Kinderbuch “Aus Nord und Süd” illustriert hat. - “A. Sala war einer der vielseitigsten Berliner Luxuspapierfabrikanten…” (C. Pieske in Die große Welt in kleinen Bildern, Bln. 1999, S. 129 f.). - Kassette mit Alters- u. Gebrauchsspuren, die farblithogr. Bühnenteile sorgfältig mit Klarsichtfolie kaschiert, das erste Bild mit dem Bühnenvorhang mit kl. Loch, wenige Kulissenbilder mit Knickspuren, mehrseitige deutschsprachige Spielanleitung liegt in Photokopie bei, sonst sehr gut erhalten. Kategorie des Auktionshauses: Kinder- und Jugendbücher
https://veryimportantlot.com/de/lot/view/expedition-through-africa-an-1254527
Neben den Hinweisen auf den für die Lithographien verantwortlichen Künstler und der Jahreszahl (1889) kann auch das häufig verwendete Logo einen Hinweis auf das Entstehungsjahr des Spiels geben. Dem Sammlungsexemplar fehlt die Pappschachtel, auf die das Logo aufgedruckt war. Eine Abbildung eines vergleichbaren Exemplars findet sich im Internet:

Das Exemplar der Spielesammlung in Aktion (Video anklicken):
Das abgebildete Papiertheater wurde auf einem Antikmark in München erworben (um 2000). Das Kulissengehäuse besteht aus Pappmaché, die Kulissenwand mit 22 Motiven ist rollbar. Anstelle einer Holzkurbel ist ein Drehknopf vorhanden. Geschildert wird eine Reise mit dem Segelschiff von einem spanischen Hafen nach Port Said, danach weiter nach Kairo, auf Kamelen durch die Wüste und schließlich über den Nil zu den Muselmännern. Die Frontabdeckung des Theaters (Gelatine ?) hat einen Riss, die rückseitige Abdeckung ist weitgehend zerstört (vermutlich durch die verwendete Lichtquelle: Kerze). Die Bilderrolle hat kleine Einrisse. Die separat aufstellbaren Seitenteile sowie die Pappkassette fehlen.
Die folgenden Sala-Spiele aus der Spielesammlung sind alle durch das Logo mit den verschlungenen Buchstaben A und S mit einer Krone obenauf in schwarz auf weißem Grund gekennzeichnet (Entstehungsjahr vor 1908). Außerdem tragen sie eine Produktionsnummer, die jedes einzelne Exemplar identifizierbar macht. Die Zählweise ist noch ungeklärt - die nachfolgend beschriebenen Exemplare tragen die Nummern 4173, 4350, 4554 und 4560.
1.3.3 Der kleine Kunst-Former
Der kleine Kunstformer ist ein Beschäftigungsspiel für Kinder und Jugendliche. Der Kasten besteht aus einem festen Holzkasten. Der Einband des Kastens ist aus hochwertigen Papier der Firma Luxus Papierfabrik Berlin um 1910 gedruckt ( Markung re. Ecke). In dem Kasten befinden sich Gefäße zum Anrühren und verarbeiten von Marmorgibs, eine Masse die eine Marmorähnliche Strucktur hat. Mit 10 kleinen runden Messing Formen, die sich im Kasten befinden, konnten kleine Medallions hergestellt werden. Die Formen wurden in die noch frische Massen hinein gedrückt bis die Massen erhärtet war. Die Formen stellen viele Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Ephraim Lessing, Kaiser Wilhelm und Otto von Bismarck dar. Der Herstelles dieses Beschäftigungsspiels ist unbekannt.
https://berlin.museum-digital.de/object/66141?navlang=de
Modellierspiel Datierung 1890er Jahre Material/Technik Eisen, Weissblech, Holz, Porzellan, Gips, Gipsmehl, Papier Maße7 x 22,5 x 27,5 cm InventarnummerSZ-BES-F-4 Bereich Historisches Spielzeug – Beschäftigungsspiele Beschreibung Beschäftigungsspiel “Der kleine Kunst - Former” zur Anferigung kleiner Gipsmedaillons, Fa. Luxus-Papier-Fabrik Berlin, Nr. 4174, Made in Germany Aus der Firma Fa. Luxus-Papier-Fabrik Berlin, gegründet 1845 von Adolf Sala, entstand die Firma Sala Spiele bzw. Sala Rotsiegel. Maxime der Firma war “Hoher Preis - hohe Qualität”
Signatur4174, Ges. Gesch. Luxus-Papier-Fabrik Berlin
https://www.online.landessammlungen-noe.at/objects/26800/modellierspiel
Zu dem in den Landessammlungen Niederösterreich beschriebenen Modellierspiel mit der Nr. 4174 ist online eine Anleitung abrufbar:





Der Deckel des Sammlungsexemplars mit der Produktionsnummer 4173 ist beschädigt (vorderes Seitenteil des Deckels fehlt). Für die Herstellung von kleinen Medaillons ist nur noch eine runde Messinggießform in der Schachtel enthalten.
1.3.4 Zitaten-Quartett
Literatur-Spiel. Citatenquartett für Jung und Alt. 180 chromolithographische Spielkarten in strukturgeprägter illustrierter OPappkassette (fleckig und berieben). (Berlin, Sala, um 1900). – Seltenes Quartettspiel mit 180 Spielkarten in der repräsentativen Aufstellkassette der für seine Luxuspapiere berühmten Berliner Papierwarenhandlung Sala. Jede Karte behandelt einen kanonischen Dichter, neben Goethe, Schiller, Wieland, Lessing, Heine, Chamisso, Rückert, Körner, Uhland und Shakespeare auch heute eher wenig gelesene Größen wie Ernst von Wildenburch und Emmanuel Seidel, jeweils mit einem Portrait, Lebensdaten und Zitat mit Herkunft, das es spielerisch bei Jung und Alt ins Gedächtnis einzuprägen gilt. Der Vorderdeckel mit der geprägten Produktionsnummer 4351. Lose beiliegend ein Blatt Spielanleitung. – Eine Karte mit kleiner Fehlstelle, sonst intakt und wohlerhalten und mit den 180 Karten wohl vollständig.

Das Sammlungsexemplar mit der Produktionsnummer 4350 enthält vollständige Quartette von 14 Dichtern und ist gut erhalten. Es stammt aus einem Oldenburger Antiquariat (Geschenk von Irene).
1.3.5 Wippdi-Wuppdi
Wippdi-Wuppdi. Mit chromolithogr. Deckelillustration. Berlin, Luxus Papier Fabrik [um 1900]. Orig.-Schachtel im Format 60 : 26 : 5,5 cm.
Originelles Zwergenweitwurf-Spiel. Mit einer amusanten großformatigen Deckelillustrationen. - Enthält: 4 farb. Teile zum Aufstellen, 1 Metallwippe und 3 Zwergfiguren. - Mütze einer Spielfigur sowie Schachtelkanten etwas beschädigt. Deckel mit wenigen Wasserflecken.
https://www.kettererkunst.de/kunst/kd/details.php?obnr=411103530&anummer=385


1.3.6 Indische Rutschbahn
Indische Rutschbahn. Adolph Sala, Berlin. Frühe Sala Marke. Um 1910. Nr. 4580. Papier und Pappe, farbig lithografiert. Kasten: 9 x 72 x 22,5 cm. Seltenes Kugelspiel. Aufstellbare Spielkulisse in Form eines indischen Palastes und zweier Elefanten. Dazu 2 kleine originale Spielfiguren aus Celluloid und einige Glasmurmeln. Altersspuren, kleine Defekte, Vollständigkeit nicht geprüft.
https://www.the-saleroom.com/en-gb/auction-catalogues/auktionshaus-wendl/catalogue-id-wendl10035/lot-2278ec63-7c5c-4d9d-8c4a-b1f600ae3955

Das Sammlungsexemplar ist relativ gut erhalten und dürfte vollständig sein. Es enthält vier Spielfiguren aus Zelluloid und zwei Elefanten aus Pappe zum Aufstellen. Drei Maharadscha-Figuren werden auf den zentralen Turm des indischen Palastes gestellt (die Spielkulisse wird in den geöffneten Schachteldeckeln aufgebaut), die vierte startet von einem zweiten Turm und löst die abschließenden Rutschpartien aus. Bei dem auf der Auktion 2024 angebotenen Exemplar der Indischen Rutschbahn mit der Produktionsnummer 4580 (siehe Allgemeine Informationen) scheint es sich bei den abgebildeten Murmeln um nicht zum Spiel gehörende Teile zu handeln; ebenso erscheint die Bezeichnung Kugelspiel unzutreffend.
Das Exemplar der Spielesammlung in Aktion
1.3.7 Magnetisches Fischangeln
Bei dem im Internet angebotenen Exemplaren des Sala-Spiels Magnetisches Fischangeln scheint es sich um eine Version mit niedriger Spieleschachtel zu halten.

Bei dem Sammlungsexemplar handelt es sich offensichtlich um die große Ausgabe mit einer Schachtelhöhe von 10 cm und sehr schönen Jugendstil-Grafiken an den Seitenwänden.





Die Datierung des Spiels ist nicht einfach. Während das schwarz-weiß Logo auf eine Entstehung vor 1908 hinweist, deutet das Rotsiegel mit der Inschrift Sala Spiele erfreuen jedes Kinderherz auf eine spätere Entstehungszeit hin. Die Spieleschachtel - einschließlich Deckel weist größere Schäden auf (Deckel gebrochen, Boden losgelöst). Das Aquariun ist sehr gut erhalten. Die Angelkarten sind vollständig, von den Fischen und Gegenständen, die aus dem Aquarium gefischt werden sind einige beschädigt.
1.3.8 Gesichterlegen


Das Spiel mit dem Rotsiegel (mit SALA als Inschrift) trägt noch eine handschriftliche Kennzeichnung in Sütterlin Schrift. Die Angabe auf dem Schachteldeckel Gesicherlegen der 1000 Verwandlungen dürfte nicht ganz ernst zu nehmen sein: Immerhin lassen sich mit den vorhandenen Karten 432 verschiedene Bilder herstellen.
1.3.9 Drei neuere SALA-Spiele mit verschiedenen Logos
ELEKTRA (zwei Versionen eines elektrisches Frage und Antwortspiel) und Magnetisches Fischangeln



2 Joseph Scholz Mainz
2.1 Verlag
1796 gründete Josef Scholz mit seiner Frau Adelburg in Wiesbaden eine Großhandelsfirma für Papier- und Schreibwaren, die 1820 um Siegellack und eine Steindruckerei erweitert wurde. Sie produzierte u.a. Landschaftsbilder, Stadtpläne und Genrebilder. 1829 errichtete die Familie eine Zweigniederlassung in Mainz. Nach dem Tod der Mutter und dem ältesten Bruder Karl führten die beiden Brüder Christian und Anton Scholz ab 1832 die Firma. Sie gründeten den Buchverlag und die Mainzer Druckerei, wo u.a. erste Papiertheater erschienen. Nach einer geschäftlichen Trennung der Brüder existierten ab 1835 zwei Verlage in Mainz und Wiesbaden, ab etwa 1846 dann nur noch die Firma Jos. Scholz in Mainz unter Christian Scholz, der sie zu einem international agierenden Unternehmen ausbaute. Erfolg brachten vor allem die lithografischen Bilderbücher. Zudem erschienen erste Spiele (Puzzle, Spielebogen). Nach dem Tod von Christian Scholz 1880 wurde sein jüngster Sohn Karl sein Nachfolger. Er erfand die Algrafie (Flachdruckverfahren zur Buchillustration, 1892 patentiert) und schaffte ein hochwertiges Programmsortiment mit Kinder- und Jugendbüchern sowie Spielen. In den 1930er Jahren veröffentlichte der Verlag auch einige Bücher und Spiele mit nationalsozialistischem und kriegsverherrlichendem Gedankengut. Im Zweiten Weltkrieg starben die vier Söhne des Firmeninhabers und das Verlagshaus samt Archiv wurden zerstört. 1946 erhielt Edith Scholz, die Witwe des ältesten Scholz-Sohnes, in Wiesbaden eine Lizenz zur Weiterführung der Firma. Zusammen mit der Lektorin Lili Börsch baute sie den Verlag wieder zu einem gesunden Unternehmen auf. 1966 folgte der erneute Umzug nach Mainz, bevor der Verlag 1970 an den Jugendbuchverlag Franz Schneider in München verkauft wurde. 1972 übernahm der Pestalozzi-Verlag den Scholz-Verlag und verkaufte ihn 1997 weiter an die dänische Verlagsgruppe Egmont, die bereits 1985 den Schneider-Verlag erworben hatte.
https://nat.museum-digital.de/?t=people_to_people&id=262011
Die Datierung der Spiele aus dem Verlag Jos. Scholz Mainz anhand der Beschriftung auf den Schachteldeckeln ist schwierig. Neben dem obigen Aufdruck findet sich gelegentlich zusätzlich oder allein die Bezeichnung Scholz’ künstlerische Spiele. Es wurden auch zwei verschiedene Logos verwendet:


2.2 Künstler
2.2.1 Bilderbücher, Papiertheater
Einen qualitativen Höhepunkt erlebte die Verlagstätigkeit in den Jahrzehnten um 1900. Beeinflusst von Jugendstil und Reformpädagogik brachte Scholz verschiedene Bilderbuchreihen auf den Markt, die von bekannten Künstlern wie Heinrich Leffler (1863–1919) und Arpad Schmidhammer (1857–1921) gestaltet wurden. Ab 1925 erneuerte der Verlag seine Bemühungen um ästhetische Qualität mit Bilderbüchern u.a. von Adolf Uzarski (1885–1970) oder Josef Danilowatz (1877–1945). Zum Verlagsprogramm gehörte auch eine Vielzahl von Gesellschaftsspielen, für deren künstlerische Gestaltung häufig bereits erworbene Buchillustrationen verwendet wurden.
Neben Bilderbücher, Malbüchern sowie den Modell- und Ausschneidebögen produzierte der Jos. Scholz-Mainz Verlag auch Spiele. Die Herstellung von Quartetten, sonstigen Kartenspielen sowie Brett- und Würfelspiele machten zeitweise einen großen Teil der Produktion aus. So ist es in der Jubiläumsschrift 175 Jahre Jos. Scholz-Mainz · Verlag Mainz von 1968 zu lesen. Bereits um 1840 hatte die Firma Joseph Scholz in Mainz mit der Papiertheaterproduktion begonnen. Dafür wurden Vorlagen Karl Friedrich Schinkels und Friedrich Beuthers verwendet. Ab 1870 kam es zu einer Neuauflage, doch erst die Konkurrenz, Schreibers Kinderbuchverlag in Esslingen, brachte ab 1880 die Vergrößerung der Proszenien, Dekorationen und Figuren auf eine Blattgröße von 50 x 60 cm. Schreibers Kindertheater fand bald in Mainz sein Pendant. Während der Verlag Schreiber bei seiner Neuauflage auf den Münchener Theatermaler Guggenberger hinweisen konnte, engagierte der Verlag Scholz den Darmstädter Hoftheatermaler Carl Beyer. Dieser schuf für das “Urania”-Proszenium zwanzig Dekorationen, die mit zu den schönsten des Papiertheaters zählen. Doch auch dadurch konnte Scholz letzten Endes nicht mit seinem Konkurrenten J. F. Schreiber mithalten, der 1878 die Lithographiesteine des Verlegers E.Roth aus Stuttgart übernommen und damit eine eigene Produktion begonnen hatte.
2.2.2 Arpad Schmidhammer
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arpad_Schmidhammer_-_Meisters_Muse_(1897).jpg
Arpad Schmidhammer, eigentlich Arpath Emil Schmidhammer, (* 12. Februar 1857 in St. Joachimsthal; † 13. Mai 1921 in München) war ein deutscher Buchillustrator und Karikaturist. […]
Arpad Schmidhammer arbeitete u. a. für die Zeitschrift Jugend als einer der ersten Illustratoren, ferner für die Anthologie Knecht Ruprecht (1900) und das Jugendland. Neben zahlreichen Beitr+ägen als Kinderbuchillustrator verfasste er auch eigene Kinderbücher. Viele von ihm illustrierte Bücher erschienen im Verlag Jos. Scholz in Mainz, meist in den Reihen Scholz’ Künstler-Bilderbücher, Scholz’ künstlerische Malbücher und Scholz’ künstlerische Volks-Bilderbücher. Mehrfach tätig war Schmidhammer auch für Ensslin & Laiblin, den großen Reutlinger Buch- und Spieleverlag, und Schaffstein in Köln (Schaffsteins blaue Bändchen), sporadisch hat er für eine ganze Reihe weiterer Verlage gearbeitet. Er veröffentlichte im Ersten Weltkrieg propagandistische “Kriegsbilderbücher”, profilierte sich aber auch als scharfer politischer, besonders antiklerikaler Karikaturist seiner Zeit. Zusammen mit Hans Thoma entwarf Schmidhammer ab 1896 Kostüme für die Inszenierung des Rings des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arpad_Schmidhammer_-_Meisters_Muse_(1897).jpg
2.2.3 Fritz Gärtner
Der Name Fitz Gärtner wird sowohl auf dem Spielplan als auch auf dem Deckel der Schachtel genannt. Zunächst einige Informationen zu Fritz Gärtner aus Wikipedia:
Fritz Gärtner wurde 1882 im böhmischen Aussig als Sohn des Oberlehrers Julius Gärtner geboren. Seine erste Ausbildung erfolgte beim Maler Josef Reiner in Aussig. 1900 trat er in Gabriel von Hackls Naturklasse an der Münchner Kunstakademie ein. Dort erhielt er weitere Ausbildung als Schüler von Ludwig von Löfftz, Carl von Marr, Alexander Wagner und Peter Halm. Anfang des 20. Jahrhunderts lebte Fritz Gärtner für mehrere Jahre im rheinisch-westfälischen Industriegebiet, im Haus Mallinckrodt des Bankiers Hans Jordan, in dessen Gartenhaus er sein Atelier einrichtete. Später war Gärtner hauptsächlich in München tätig.
Gärtner war 1939, 1941 und 1942 mit jeweils einem Ölgemälde auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten.
Das Gemälde Der Hochofen von etwa 1918 befindet sich seit 2006 im Fachgebiet Hüttenwesen der Sammlung des Deutschen Museums in München.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_G%C3%A4rtner
Im Deutschen Bergbau Museum Bochum befindet sich ein weiteres Gemälde von Fritz Gärtner aus dieser Zeit (1900-1920), das Ölgemälde “Brot und Eisen”, Kornernte vor Industrielandschaft.

Herkunft/Rechte: Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Montanhistorisches Dokumentationszentrum / Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Montanhistorisches Dokumentationszentrum (CC BY-NC-SA)
Auf dieses Bild bezieht sich das folgende Interview mit der Ethnologin Gudrun Graichen:
Wir haben ein Werk von Fritz Gärtner, eine Industrielandschaft, Anfang des 20. Jahrhunderts, es zeigt rauchende Schlote, im Vordergrund die goldenen Ähren zu Garben gebunden. Ich habe eine Kindergartengruppe gefragt: Welches Bild gefällt euch in diesem Raum am besten? Mehrere der Kinder zeigten einstimmig auf das Bild. Warum? Es lag an den Farben! Strahlendes Goldgelb im Vordergrund, ein leuchtendes rotes Feuer inmitten der Industrielandschaft. Ich habe erkannt: Was die Kinder begeistert und anspricht, sind die Farben. Erwachsene haben oft schon bestimmte Assoziationen im Kopf – Globalisierung, Klima- und Energiekrise. Kinder sind da ganz unvoreingenommen.
Interview mit Gudrun Graichen, Ethnologin, 04. April 2023
https://www.swp.de/lokales/ulm/museum-brot-und-kunst-wie-die-maus-ins-museum-kam-70043473.html
Ein Hinweis auf seine Tätigkeit als Illustrator - und auf das Spiel „Unter rauchenden Schloten“ - findet sich in einem Forschungsbeitrag zu Handwerk und Technik, herausgegeben vom Westfälischen Freilichtmuseum Hagen.3
Zu den ungewöhnlichsten und bemerkenswertesten Veröffentlichungen Fritz Gärtners als Illustrator zählen das Spielequartett „Land der Arbeit“ und das Würfelreisespiel „Unter rauchenden Schloten“, die ab 1918 herausgebracht wurden. Von vielen der Illustrationen fertigte Fritz Gärtner seine Gemälde an. So bietet das Spiel „Unter rauchenden Schloten“ einen Querschnitt seiner Werke, die im Verlauf der Zeit entstanden sind. In der Mitte all zentrales Motiv bei dem Spiel „Unter rauchenden Schloten“ ist der Sämann dargestellt, der immer wieder als Symbolfigur auf seinen Bildern erscheint.
Ähnlich wie bei Wikipedia enden die meisten Internetbeiträge über den Künstler Fritz Gärtner mit dem Jahr 1945. Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine genauere Recherche erforderlich.
Ein Hinweis auf das Wirken von Fritz Gärtner in dieser Zeit findet sich in der Reihe FORSCHUNGSBEITRÄGE ZU HANDWERK UND TECHNIK, 8 herausgegeben vom Westfälischen Freilichtmuseum Hagen:
Tragischerweise wurden die Wohnung und das Atelier in München durch einen Bombenangriff am Ende des Zweiten Weltkrieges völlig zerstört. Ein großer Teil seines Lebenswerkes ging verloren. Die Familie Gärtner wurde evakuiert, erhielt zunächst eine Bleibe in Prien am Chiemsee. Wenig später siedelte sie nach Schönau am Königssee über. Dort versuchte Fritz Gärtner, sich wieder als Maler zu etablieren. In der kleinen Schornkapelle des ehemaligen Schlosses Hubertus konnte er für die erste Zeit ein provisorisches Atelier einrichten. Für die Schönauer Weihnachtsschützen schuf er ein großes dreiteiliges Gemälde, das heute im Vortragssal [2025 im Sitzungssaal] des Rathauses Schönau aufbewahrt wird. Den Lebensunterhalt müßte er mit den wenigen Aufträgen und mit dem Verkauf seiner Bilder bestreiten. Er malte jetzt Landschafts- und Blumenbilder mit Motiven aus dem Berchtesgadener Land. Ferner gab er Kunstunterricht an einer Privatschule.
Im Jahr 1956 zog es ihn wieder nach München.4
Bilder von Fritz Gärtner aus dieser Zeit sind z.B. Der Königssee und Untersberg.



Sitzungssaal im Rathaus Schönau a. Königssee (April 2025)
Ein weiterer Hinweis aus den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges findet sich in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Berchtesgadener Künstlerbundes e.V.:
EIN REIGEN DER DURCHGEFALLENEN
… Warum zum Beispiel durfte der in München ausgebombte Maler, Grafiker und Zeichner Fritz Gärtner, der unmitelbar nach dem zweiten Weltkrieg ins Berchtesgadener Land kam, nicht Mitglied im Berchtesgadener Künstlerbund werden. […] Gärtner kam mit einem Professoren-Titel in die Alpen. Nun kann ein solcher Titel durchaus förderlich sein bei potentiellen Kunsterwerbungen, sprich: Der Käufer, der oft ein Laie in Sachen Kunst ist, orientiert sich an seinem Geschmack, wenn er einen hat. Schwankt er noch zwischen verschiedenen Arbeiten, könnte der „Professor” eventuell den Ausschlag geben. Dachten zumindest einige der seinerzeit in Berchtesgaden ansässigen Maler und Bildhauer, denn Gärtner führte auch Bildhauer und Medailleur als Berufsbezeichnungen auf seiner Visitenkarte, und sahen sich offensichtlich vor dem geistigen Auge verarmt und in der Schlange vor der Suppenküche stehend. […] Es gibt einen erhaltenen Briefwechsel, der genau diese Sorge zum Thema macht. Wenn auch nicht immer ehrlich als solches benannt. Es ging um den Professoren-Titel. Wieso ist Fritz Gärtner Professor und wenn er es schon ist, dann muss er es (uns) nachweisen. Also Bringpflicht den Platzhirschen gegenüber. […] Mit dem offiziellen Briefkopf des Künstlerbundes schrieb der damalige Vorsitzende im März 1952 an den Kollegen Gärtner. […] Es ging um den Titel, natürlich. […] Man habe, schrieb der Vorsitzende nichts diesbezügliches finden können, was Zweifel „nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Kollegen” hervorrief und worüber man lächelnd hinweggehen würde, „wenn wir nicht mit der Tatsache rechnen müssten, dass das oft urteilslose Publikum (nicht der Kenner) sich beim Erwerb eines Kunstwerkes von dem Titel Professor erheblich beeinflussen ließe.”
Dieter Meister
Ein Vielzahl von weiteren Gemälden sowie Informationen über das Wirken von Fritz Gärtner in der Zeit von 1946 bis 1956 finden sich im Rathaus der Gemeinde Schönau. Im Archiv werden Postkarten, Briefe, Korrespondenz mit den Weihnachtsschützen etc. aufbewahrt. Hier ist auch dokumentiert, dass Fritz Gärtner am 27.3.1945 von München nach Schönau, Haus Antonie zog, ab 31.10.1949 im Landhaus Grundmühle in Schönau wohnte und schließlich am 30.07.1956 nach München zurückkehrte.
Im Archiv der Gemeinde Schönau ist auch eine Kopie der Umzugskarte aufbewahrt, die Gärtner bei seiner Rückkehr nach München im Jahr 1956 entwarf und er darin vom Ende einer 12-jährigen Evakuierung zu Berchtesgaden schrieb.

2.2.4 Emil Heinsdorff
Heinsdorff wurde zunächst zum Graveur in Düsseldorf ausgebildet. Danach studierte er an der Akademie in Karlsruhe bei Hans Thoma und privat in München bei Edmund Steppes. Er wurde Gründungs- und Vorstandsmitglied der Deutschen Kunstgesellschaft sowie Mitbegründer der Münchner Künstlervereinigung „Der Bund“. Er ließ sich in München nieder, wohnte auch auf seinem Landsitz in Irschenhausen.
Neben der Ölmalerei beschäftigte er sich mit Lithographien, Holzschnitten und Radierungen. Seine bevorzugten Themen waren Darstellungen von Kindern und Blumen. Er illustrierte auch Bücher, darunter das 1941 veröffentlichte ‘entjudete’ Gesangbuch Großer Gott wir loben dich. Viele seiner Werke erschienen in Form von Postkarten. Er entwarf auch Spielkarten, war auch als Goldschmied tätig.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Heinsdorff Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und u. a. von 1937 bis 1944 auf allen Großen Deutsche Kunstausstellungen in München mit Landschaftsbildern und Blumenstillleben vertreten.
https://www.wikiwand.com/de/articles/Emil_Ernst_Heinsdorff
2.3 Spielesammlung
2.3.1 Städte des deutschen Reiches
Im Internet wird (wurde) ein Exemplar des Spiels angeboten:
Titel: Städte des deutschen Reiches - Ein Geographisches Lottospiel mit Bildern von Emil Heinsdorff Typ: Sonstige Gesellschaftsspiele Verlag: Verlag Jos. Scholz Jahr: 1910 Beschreibung: Ein geographisches Lottospiel mit Bildern im rechteckigen Karton. Auf dem Deckel aufgezogen ein farbiger Druck mit einer Ansicht der Stadt Nürnberg mit Burg und einem Text: “Städte des deutschen Reiches. Ein geographisches Lottospiel mit Bildern von Emil Heinsdorff. Große Ausgabe.”Verlag von Jos. Scholz, Mainz”, “Nr. 5082” / “Scholz´ künstlerische Spiele/ Spiel mit”. Im Deckel innen aufgeklebt die Spielanleitung, der Inhalt bestehend aus: Sechs Tafeln aus Karton, aufkaschiert jeweils ein Farbdruck, in dessen Mitte eine Karte des Deutschen Reiches, seitlich jeweils eine Ansicht einer Stadt, oben und unten jeweils vier Ansichten (Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen). In der Mitte der Ansichten ein achteckiger auslösbarer Bildausschnitt, auf dessen Rückseite eine Frage sowie eine Nummer aufgedruckt sind. Leider sind in dem Spiel nur 5 Tafeln dabei , diese etwas unterschiedlich erhalten Spiel Schachtel deutlich beschädigt, Spiel ist kaum zu finden (habe nur eines im Museum gefunden) sicherlich noch ein gutes Sammlerstück.
https://www.booklooker.de/Spiele/Bilder-Emil-Heinsdorff+St%C3%A4dte-des-deutschen-Reiches-Ein-Geographisches-Lottospiel-mit-Bildern-von/id/A02Axsx941ZZg
Das Sammlungsexemplar ist gut erhalten, vollständig (alle 6 Tafeln sowie alle auslösbaren Bildabscnitte vorhanden) und trägt die Produktionsnummer 430.



2.3.2 Magnetischer Angelsport
Das Sammlungsexemplar ist gut erhalten; es trägt die Produktionsnummer 601. In der Spieleschachtel befinden sich 6 Angeln 17 Fische 8 Gegenstände und zwei Frösche; die Spielanleitung befindet sich auf der Deckelinnenseite.


2.3.3 Der fidele Kaffeeklatsch



Die Karten des Sammlungsexemplars befinden sich in einer querformatiger Pappschachtel. Die jeweils 24 Frage und Antwortkarten sind vooollstänig vorhanden; die Deckelinnenseite enthält die Spielanleitung. Auf dem Deckel ist neben der Zeichnung von Arpad Schmidhammer der Spieltitel und die Seriennummer 5749.
2.3.4 Unter rauchenden Schloten
Hinweise auf das Spiel UNTER RAUCHENDEN SCHLOTEN finden sich auf einem Flyer zu einer Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum in Duisburg.

Explizit erwähnt als Illustrator dieses Spiels wird Fritz Gärtner in einem Beitrag von Gitta Böth Rauchende Schlote im Kinderzimmer in Hubert Köhler: „Im Land der Arbeit“ Die Kunst Fritz Gärtners (1882 - 1958) zwischen Ährenfeld und Eisenhütte (Seite 73):
[…] Hinweise finden sich jedoch auf das Spiel „Unter rauchenden Schloten“ „ein Reise-Würfelspiel durch das Rheinisch-westfälische Industrie-Gebiet von Köln bis Münster mit Bildern des Künstlers“, das unter der Nr. 5305 im Verl Jos. Scholz, Mainz etwa zeitgleich mit dem Quartettspiel erschienen ist. Es reiht sich in die zahlreichen Reisespiele ein, die die Welt ins Kinderzimmer bringen und die Geografiekenntnisse der spielenden Kinder erweitern sollen. „Das Spiel enthält in dem mit einem bunten Deckelbild geschmückten 39,5:34,5 cm großen Kasten einen bunten Spielplan in Größe von 73:50,5 cm mit 60 Bildern von des Künstlers Hand.“ - so der Werbetext.
Das Sammlungsexemplar ist sehr gut erhalten; es fehlen offensichtlich nur die Originalwürfel (Zahl- und Farbenwürfel), sowie die Spielanleitung. Es stammt aus dem Familienbesitz von Verena und Claudio Edenhofer (Bad Reichenhall).
Wie der Schachteldeckel verrät, handelt es sich bei UNTER RAUCHENDEN SCHLOTEN um ein Reise-Würfelspiel, wie es auch heute noch weit verbreitet ist (Deutschlandreise, Europareise, Weltreise). Wie bei diesen Spielen üblich, stehen weniger spielerische Elemente als vielmehr pädagogische Überlegungen eine im Vordergrund. Neben dem Erwerb von geographischem Wissen ist es wichtig, durch entsprechende Illustrationen aussagekräftige Szenen zu schaffen.
2.3.5 Bimbo
Exemplare von Bimbo DAS NEUE KARTENSPIEL sind in Museen und im Internet zu finden.
Das Sammlungsexemplar enthält zwei vollständige Kartensätze mit je 64 Karten und eine Spielanleitung, die drei verschiedene Spielvarianten beschreibt. Jeweils eine Karte der Kartensets trägt einen Stempel mit der Aufschrift Deutsches Reich Nr. 90 mit Reichsadler und Hakenkreuz.



2.3.6 Hast du Worte
In der 16 seitigen Spielanleitung wird Hast du WORTE? als Trainingsspiel für BIMBO bezeichnet. Beschrieben werden 6 Spielarten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. In der 16-seitigen Spielanleitung wird Hast du WORTE? als Übungsspiel für BIMBO bezeichnet. Es werden 6 Spielvarianten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden beschrieben. Die Spieleschachtel beinhaltet außerdem 411 Pappeblättchen, die vorder- und rückseitig mit Buchstaben bedruckt sind.


2.3.7 Zeichentafel
Von diesem Spiel mit dem Logo J S M ist nur noch die Spieleschachtel vorhanden.
2.3.8 Neue Klebebilder

Ein Aufkleber auf dem Schachtelboden weist darauf hin, dass das Spiel ursprünglich in der Papierhandlung Josef Arazym, Hietzinger Hauptstraße 46, Wien gekauft wurde. Im Leopold Museum in Wien befindet sich ein Skizzenbuch von Egon Schiele (1890–1918), das ebenfalls aus dieser Papierhandlung stammt, die sich in der Nähe von Schieles damaligem Atelier befand.
https://onlinecollection.leopoldmuseum.org/objekt/57824-skizzenbuch/
Von den in der Spielanleitung erwähnten acht Bögen befinden sich fünf bereits beklebte und drei noch unbearbeitete Bögen in der Spieleschachtel.
2.3.9 Schnipp Schnapp
Im Internet wird ein Exemplar des Spieles Schnipp Schnapp angeboten:
Verlag: Scholz, Mainz o. J.
Quartett. Verlags-Nr. 6001 - Erschienen (um 1930). - 17:17 cm. Grün bezogener Karton mit montierter farbiger Deckelillustration. Inhalt: Quadratischer Kasten mit Unterteilung in vier Segmente, die insgesamt 12 x 4 Kartensets enthalten. Dargestellt sind Tierkinder, Mond und Sterne sowie Alltagsgegenstände. Kastendeckel an einem der ausgestanzten Grifflöcher am Rand leicht eingerissen, sonst recht gut. Einzelne Karten haben leichte Knickspuren. Hübsches Expl.
https://www.buchfreund.de/de/d/p/33749079/schnipp-schnapp
Dieses Quartettspiel wurde über einen längeren Zeitraum produziert und war in mehreren Versionen erhältlich. Das Sammlungsexemplar ähnelt dem im Internet angebotenen, jedoch in einer größeren Ausgabe (mittlere Nr. 6002). Von den ursprünglich 16 Bild- und Symbolquartetten sind noch 14 vorhanden.
2.3.10 Mit dem Norddeutschen LLoyd um die Welt
Die 48 Karten des Quartettspiels sind gut erhalten. Eine Seite der beiliegenden Spielregel gibt Antwort auf die Frage Warum spielen wir Scholz’ künstlerische Quartettspiele?“ und verdeutlicht den besonderen künstlerischen und pädagogischen Anspruch, der mit der Herstellung dieser Spiele verbunden war.


3 Ravensburger Spiele
3.1 Verlag
1852 in Ravensburg als Sohn des Buchhändlers und Verlegers Carl Maier geboren, übernahm Otto Robert Maier 1876 die Anteile seiner Eltern an der Dorn’schen Verlagsbuchhandlung in Ravensburg. Die Gründung eines eigenen Verlages wird im Rückblick auf das Jahr 1883 datiert. In diesem Jahr nämlich schloss der junge Verleger den ersten, heute noch erhaltenen Autorenvertrag ab und nummerierte die von ihm veröffentlichten Spiele fortan mit seinem Namenskürzel als OM 1 usw. (O[tto] M[aier], Spiel Nr. 1ff). Schon 1884 erschienen das erste Gesellschaftsspiel, die Reise um die Erde, und die ersten Jugenderzählungen des Pfarrers Christoph von Schmid.
Konzentrierte sich Otto Maier in den ersten Jahren auf Vorlagemappen für Handwerker, Bildungs- und Familienspiele, Ratgeber und Kindererzählungen, so kamen um 1900 Bilderbücher, Bücher und Hefte für Kinderbeschäftigungen, kunsttechnische Anleitungen und Bastelliteratur hinzu. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Otto-Maier-Verlag bereits rund 800 verschiedene Spiele- und Büchertitel im Sortiment. Der Name Ravensburger Spiele wurde im Jahre 1900 vom Kaiserlichen Patentamt patentiert. Das bekannte Logo des blauen Dreiecks wurde erst 1974 als Warenzeichen angemeldet. 1912 wurden schon zahlreiche Produkte nach Westeuropa und Russland exportiert.
Von den 1930er- bis zu den 1950er-Jahren war der Otto-Maier-Verlag hauptsächlich Buchverlag – Beschäftigungsmittel, Gesellschaftsspiele, Quartette und Geduldsspiele ergänzten das Programm. Während der Zeit des Nationalsozialismus erschienen bei Otto Maier unter anderem die von der Reichsjugendführung herausgegebenen Werkblätter der Hitlerjugend. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Verlag ohne Schäden und arbeitete danach schon in den Jahren des Wiederaufbaus weiter. In der Folge wuchs das Programm an Gesellschaftsspielen, Kinder- und Jugendbüchern und an Fachbüchern für Kunst, Architektur und Hobby; mehrmals wurde das Firmenlogo verändert. 1959 erschien das Spiel memory, das bis heute über 50.000.000-mal verkauft wurde.
Ab ca. 1962 wuchs Ravensburger unter der Führung von Otto Julius Maier stark und entwickelte sich zu einem großen Medienunternehmen, seit 1964 entstanden auch Tochterunternehmen in den Niederlanden, der Schweiz, in Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Großbritannien und in den USA. Seit 1964 produziert der Verlag Interlocking-Puzzles, von denen heute jährlich etwa 10 Millionen verkauft werden. 1977 wurde Ravensburger, drei Jahre nach Einführung des neuen Logos mit der blauen Ecke, in einen Spieleverlag und einen Buchverlag aufgeteilt. 1996 wurde F.X. Schmid übernommen.
Vater und Sohn setzen eine lange Tradition fort: Das erste Spiel brachte der Ravensburger Buchhändler Otto Maier einst 1884 heraus: „Reise um die Erde“. 1900 ließ sich der Unternehmensgründer die Marke „Ravensburger Spiele“ schützen. Nach seinem Tod 1925 übernahmen seine drei Söhne die Firma. Diese brachten das noch heute bekannte „Fang den Hut“ in die Läden.
Die nachfolgende Grafik zeigt die wesentlichen Meilensteine der Geschichte des Verlages bis ins Jahr 1974, dem Jahr der Einführung des Blauen Dreiecks als Markenzeichen und des Starts der Produktion einer großen Zahl von Spielen (einige davon wurden als Spiel des Jahres ausgezeichnet). https://www.ravensburger-gruppe.de/de/ueber-ravensburger/unsere-geschichte/index.html
Die Entwicklung des Ravensburger Verlags lässt sich auch anhand der verschiedenen Logos nachvollziehen.https://de.wikipedia.org/wiki/Ravensburger
3.2 Künstler
3.2.1 Marion Kaulitz
Um 1900 entfacht in Münchner Künstler kreisen um die Malerin und Illustratorin Marion Kaulitz (1856–1948) eine erste Reformbewegung der Puppenentwicklung: Die Reformerinnen richten sich gegen die Puppe als industriell gefertigte Massenware und befürworten die Herstellung unzerbrechlicher und für Kinder liebevoll gestalteter Puppen. Besonders von Bedeutung sei dabei eine kindlich-ansprechende, individuelle Modellierung der Gesichter.
1904 erschien die Jugendstil-Monatsschrift „Kind und Kunst“, unter anderem mit Berichten über künstlerisch wertvolles Spielzeug. 1907 gründete sich in München der „Deutsche Werkbund“ mit dem Anspruch, Qualität und Ästhetik in kunstgewerblichen Produkten zu schaffen. Die Ausstellung „München 1908“ auf der Theresienhöhe wollte Gebrauchsgegenstände mit künstlerischer Gestaltung für die breite Bevölkerung zugänglich machen. Auf dieser Schau richtete die Malerin Marion Kaulitz für das Münchner Warenhaus Hermann Tietz ein Puppenzimmer mit von Künstlerinnen und Künstlern entworfenen Puppen ein. Marion Kaulitz zählt mit ihren Künstlerpuppen zu den Begründerinnen der Reformbewegung in der Puppenentwicklung. https://www.donauwoerth.de/fileadmin/user_upload/Kultur/Museen/Puppenmode/Textfahnen_zur_Sonderausstellung_4.pdf
3.3 Spielesammlung
3.3.1 Reise um die Erde (OM1)
Ein erster Meilenstein in der Verlagsgeschichte war die Veröffentlichung des ersten Gesellschaftsspiels Reise um die Erde im Jahr 1884. Es trug das Namenskürzel und die Nummer 1 (hier OM 1 – O[tto] M[aier], Spiel Nr. 1). Weitere Spiele wurden zunächst fortlaufend nummeriert. Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 1983 wurde eine Reprint-Edition dieses Spiels aufgelegt.
Im Internet ist eine Hinweis auf die Urversion zu finden: eine Spieleschachtel, ein Spielplan, sechs Zinnfguren, ein Würfel und Spielgeld.
https://www.lastdodo.de/de/items/561763-reise-um-die-erde

In der Spielesammlung sind nur Reste von Reise um die Erde vorhanden; Schachteldeckel, Spielplan und Spielregel - vermutlich von der ersten Version.
3.3.2 Halma (O.M.R.26.)
Im Internet werden einige Versionen des Halmaspiels angeboten, die mit den Zeichen O.M.R.26 versehen sind. Es gibt keinerlei Hinweise auf eine Version, deren Spieleschachtel mit einer Grafik der Künstlerin Marion Kaulitz versehen ist. Das Exemplar in der Spielesammlung trägt außerdem ein Logo des Ravensburger Verlages, das auf eine Entstehung um 1913 hinweist. Spielfiguren sind ausreichend vorhanden.
3.3.3 Fang den Hut!
Als weitere Meilenstein in der Geschichte des Verlages kann die Veröffentlichung des Spiels Fang den Hut! ab 1927 angesehen werden. Bei dem Exemplar in der Spielsammlun handelt es sich um ein sehr frühe Ausgabe (NR.334b. DAS NEUE SPIEL), Schachteldeckel mit Beschädigungen, Hütchen sehr gut erhalten (jeweils 8 pro Farbe). Leider fehlen dir Hütchen der Farbe blau:
Zwei neuere Spiele aus dem Ravensburger Verlag, die man als Lernspiele bezeichnen kann: Zum Lernen des kleinen Einmaleins:
3.3.4 Kleines Einmaleins
Das nach dem Lottoprinzip aufgebaute Lernspiel enthält sechs Tafeln mit jeweils sechs offenen Rechtecken, die jeweils mit einer Zahl beschriftet sind (z.B. 24) sowie insgesamt 36 Kärtchen, die auf der Rückseite mit jeweils einer Aufgabe beschriftet sind (z.B. 3 x 8). Das Exemplar in der Spielsammlung ist fast vollständig (nur ein Kärtchen fehlt).
… und zur Unterstützung des Lesen- und Schreibenlernens.
3.3.5 Das kluge Telefon
Das Spiel wurde 1962 veröffentlicht. Eine genaue Bechreibung des Buchstabierspiels findet sich Im Internet: https://www.eichwaelder.de/Altes/altesspiel182.htm Das Exemplar in der Spielesammlung enthält alle 5 beidseitig bedruckten Lesetafeln.
Footnotes
Diese Glückspielvariante kann als Basis für einige Spiele in der Spielesammlung mit dem Titel Lotto angesehen werden. Siehe z.B. 120 Spiele(II) Spear Spiele oder 120 Spiele(III) Glücksspiele.↩︎
aus: Sabine Schönbein Das Millionenspiel mit Tradition p.116↩︎
Köhler, Hubert. 1995. Im Land der Arbeit. Westfälisches Freilichtmuseum Hagen. p.20,21↩︎
Köhler, Hubert. 1995. Im Land der Arbeit. Westfälisches Freilichtmuseum Hagen. p.25-27↩︎









































