Ausgangspunkt für den folgenden Beitrag ist jeweils ein älteres - meist vor 1955 entstandenes - in der Spielesammlung vorhandenes Spiel - wie z.B. das Aktionsspiel Zwerge bei drr Arbeit.
In Teil I werden die Verlage Sala, Joseph Scholz Mainz und Ravensburger berücksichtigt.
In Teil II werden die Verlage Spear, Schmidt, Goebel, Stomo, Hausser, Spielefabrik L. Kleefeld & Co. und Waddington Spiele beschrieben.
In Teil III wird jeweils ein einzelnes Spiel von unterschiedlichen Verlagen beschrieben.
In Teil VI werden einzelne Spiele nach Themen geordnet berücksichtigt - teilweise ohne Verlagsangabe (28 Spiele).
1 Aktionsspiel
1.1 Zwerge bei der Arbeit
Aktionsspiel eines unbekannten Herstellers (Gebrauchsmuster-Schutz 81.). Bei Einwurf einer Kugel werden zwei Zwerge in Bewegung gesetzt (Holzhacken) bevor die Kugel (meistens) in einem Loch verschwindet, das mit Punktzahlen (5,10,50,10,5) bewertet ist.
2 Klassisches Brettspiel
2.1 Reversi
Die Geschichte von Reversi enthält einige interessante Meilensteine.
Die Firma Ravensburger verkauft seit 1893 Reversi-Spielbretter. Reversi, das ein eingetragenes Markenzeichen von Ravensburger ist, gehört somit zu den erfolgreichsten Spielen der Neuzeit.
1971 meldete der Japaner Gorō Hasegawa die Variante Othello in Japan als Warenzeichen an, ohne, wie er behauptete, Kenntnis von Reversi gehabt zu haben. Heute ist Othello in Japan eines der beliebtesten Brettspiele und wird dort von etwa 25 Millionen Menschen gespielt. Zurück zun Ursprung:
In 1880, in a publication of The Queen, Waterman proposed a new version of Annex, called Reversi, to be played on a conventional Chess Board, and named himself inventor, he registered the name in 1887.
In 1886 Mollett published the same game with the name Annex, a game of reverses. Mollett was initially not allowed to use the word ‘reverses’, so he appealed, won and the word ‘Reversi’ was freed.
Whilst the Waterman release of Reversi was not sold with a board – the box stated that you had to play it on a chess board – the Mollett version was sold with a cheap paper 8×8 board and carried the Annex, or Annexation name. https://tametheboardgame.com/tag/the-game-of-annexation/

ANNEXATION Invented by T.W.Mollet
Das Exemplar in der Spielesammlung ist offensichtlich der Version von 1886 nachgebildet. Der gut erhaltene Spielplan entspricht dem Vorbild; 32 Holzsteine sind vorhanden (zwei fehlen). Der Hersteller ist unbekannt.
3 Spielesammlung
3.1 Tuttiludi
Bei Tuttiludi Roulett-, Würfel- und Setzspiele für Jung und Alt. handelt es sich um eine Spielesammlung die sechs Spiele umfasst, wobei vier auf der Benutzung des Roulette-Rads basieren: Bilder-, Buchstaben- und Zahlen-Roulette sowie ein dem Mensch ärgere dich nicht ähnliches Tuttiludi-Geduldspiel. Darüberhinaus liegt noch ein Spielplan für Mühle und Dame bei.
Das Spiel wird im Internet erwähnt mit einem Verleger Oskar Döring in Berlin. Diese Angabe lässt sich aber nicht verifizieren.
4 Zauberkasten
4.1 Vorhang auf! Es wird gezaubert
In einer (beschädigten) Pappschachtel befinden sich ein hölzerner Zauberstab, ein Tütchen mit Spielmarken, 2 Papp-Blasröhrchen, eine grün bemalte Pappröhre, sowie Tafel, Becher und Zwirnrolle. Eine Schachtel mit der Beschriftung HOKUS-POKUS-FIDIBUS verspricht 12 verblüffende Zaubertricks - leider fehlt die Anleitung dazu. Eine Zaubertüte ABRAKADABRA SIMSALABIM für problemfreudige Menschen jeden Alters enthält Zauberutensilien und eine Anleitung für 12 Probleme der Mathematik, Arithmetik, mnemotechnik, Telepathie und Mikro-Magie (vollständig).
Zauberatelier H. Emrich
Der beiliegende Zettel weist auf das Zauberatelier H. Emrich als Hersteller hin, der wahrscheinlich auch weitere Zauberutensilien produziert hat. Als Erscheinungsjahr für Vorhang auf wird 1948 bzw. 1955 angegeben.
5 Legespiele
5.1 Bilderlegespiel
Ebu Spiele,Else Burkert Verlag, Frankfurt am Main
Ab 1936 wohnte die verwitwete Else Burkert in der Gneisenau-Straße 33 in Frankfurt. 1938 gründete Else Burkert den gleichnamigen Verlag in der Steg-Straße 65 in Frankfurt. Die Spiele des Verlags sind meist nur mit dem Logo “EBU SPIELE” versehen. “EBU” ist die simple Abkürzung für “Else Burkert”. 1940 zog Else Burkert dann mit dem Verlag in die Darmstädter Landstraße 220. Im Branchenverzeichnis Frankfurt von 1943 ist erstmals eine Werbeanzeige mit dem bekannten Verlags-Logo zu finden. In Frankfurt wurden von 1944 bis 1948 keine Adressbücher gedruckt. Darum kann der Verlagssitz erst danach wieder nachgewiesen werden. Er befand sich dann in der Mühlwehrstraße 1. Im Adressbuch von 1955 ist letztmalig was vom Verlag zu finden. Vermutlich ist Frau Else Burkert verstorben und der Verlag verschwand von der Bildfläche.
https://alte-brettspiele.jimdofree.com/fakten-rund-um-mensch-%C3%A4rgere-dich-nicht/verlage-firmen-und-ihre-logos/verlage-firmen-und-ihre-logos-1-a-e/#EBU%20SPIELE%20-%20Else%20Burkert%20Verlag%20/%20Frankfurt%20am%20Main
5.2 Kinderlieder-Lotto
Thema dieses Bilder-Lotto Spiels sind Kinderlieder. Während auf den sechs großen Platten (vollständig) jeweils passende Bilder und die zweite Verszeile (schwarz) von 9 Kinderliedern aufgedruckt ist, gibt es 54 kleine Bilder mir der jeweiligen ersten Verszeile (rot). Die Schachtel des Exemplars der Spielesammlung ist stark beschädigt. Während die großen Platten vollständig vorhanden sind, fehlen leider 13 der ursprünglich 54 Kärtchen mit der ersten Verszeile.
Verlag: Der Spielkasten, Berlin-Schöneberg
Die Angaben über Verlag und Entstehungsjahr des Spiels sind nicht eindeutig; im Internet findet sich ein ein Hinweis auf ein Entstehungsjahr 1930 mit entsprechender Verlagsangabe ( https://www.zvab.com/manuskripte-papierantiquitaeten/Kinderlieder-Lotto-Schauss-Ellen-Spielkasten-1930-Berlin-Sch%C3%B6neberg/15824478896/bd ), ein weiterer auf ein Entstehungsjahr 1953 in der DDR, Ostberlin.
Allerdings, ein Westberliner Verlag mit dem Namen “Der Spielkasten” wurde 1947 von dem Unternehmer Paul Schmidt gegründet, zunächst beim ehemaligen “SALA” Firmensitz Berlin Schöneberg Monumentenstr. 33/34, ab 1949 dann in der Martin Luther Strasse 61-66. Dieser Verlag durfte auch Ende der 1940er Jahre originalgetreue Mensch ärgere dich nicht Spiele als Lizenzausgabe im Programm führen.
Mittlerweile wird von SPIKA-spiele in der Reihe Exklusive Spika-Replike eine Nauauflage angeboten.
Zu finden ist nur noch ein Hinweis auf ein Blumen und Elfen Quartett gezeichnet von Ellen Schauss, 1949.
6 Buchstabenspiele
6.1 Kreuzwort-Pulok
Das in der Spielesammlung vorhandene Kreuzwort-Pulok ist gut erhalten - bis auf die üblichen Beschädigungen der Spielschachtel. Es ist weitgehend vollständig. Während die 15 Jokerkärtchen alle vorhanden sind fehlen von den 256 Wörterkärtchen einige wenige - trotz Hinweis in der Spielanleitung:
Nach jeder gespielten Partie sehe man nach, ob keine Kärtchen auf den Fußboden gefallen sind.
Verlag J.F. Steinkopf
Im Jahr 1928 erschien im Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart, eine Serie von Buchstaben- und Bilder- Legespielen, die in Deutschland rasch ungewöhnlich beliebt wurde. Ihr Autor war Hans Mack, damals Prokurist der Druckerei J.F. Steinkopf. Für die Spiele der Pulok-Serie wurden Insgesamt 17 + 10 verschiedene Spielregeln angeboten. [@glonn1988]
- PULOK-SERIE SPIEL Nr1 Sag Nix über Pulok
- PULOK-SERIE SPIEL Nr2 Kreuzwort-Pulok
6.2 Blitzschnell
Beim Gesellschafts-Spiel für Gross und Klein wird durch ein Rad zufällig ein Buchstabe bestimmt, zu dem ein zu der aufgedeckten Karte (z.B. Ein Maler) passendes Wort gefunden werden soll. Das Spiel ist gut erhalten, alle 48 Karten sind vorhanden.
Verlag B. Dondorf
Mit einem Kapital von 600 Gulden, die Bernhard Dondorf von seiner Mutter erhalten hatte, gründete er eine Druckerei und einen Handel von Druckzubehör. 1836 veröffentlichte er ein Buch über Lithografie und erwarb sich mit seiner Druckkunst Ansehen. Als Lithografien bekannt wurden insbesondere „Das Vaterunser“, „Die Leyer“ und „Die Buchdruckerkunst“ (Tableau in 9 Darstellungen nach Alfred Rethel) sowie die in seiner „Brilliantspitzentechnik“ gedruckten Blätter „Die Musik“, „Die Architektur“ und „Die 10 Gebote“. Bedeutende Mitarbeiter seines Unternehmens waren Ferdinand Karl Klimsch, Friedrich Karl Hausmann und August Koellner. Er entwickelte insbesondere neue Methoden zum Druck von Geldscheinen und Wertpapieren. Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Banknoten explosionsartig an1850 gründete er gemeinsam mit seinem früheren Lehrherren die Firma Dondorf & Naumann, die sich auf den Druck von Banknoten, Wertpapieren und Postwertzeichen spezialisierte. Neben Giesecke & Devrient war es die führende Druckerei für Banknoten in Deutschland. […]
Neben dem Gemeinschaftsunternehmen mit Naumann betrieb Bernhard Dondorf auch seine eigene Firma B. Dondorf weiter. Ab 1838 wurden hier vor allem Spielkarten hergestellt. Auch nach dem Ausscheiden von Bernhard Dondorf bildete dieses Geschäftsfeld ein Kernprodukt der Firma, die seine Kinder weiterbetrieben, bis sie später an ASS Altenburger verkauft wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Dondorf
7 Lehrspiele
7.1 Lichtra
Frage- und Antwortspiele - nicht mehr mit Karten sondern mit Elekrizität. Eine frühes Beispiel (ca 1930) für diese Art von Unterhaltung ist Lichtra. Das Exemplar ist gut erhalten und funktionsfähig (Batterie erneuert). Zwei Serien von Einlegeheften (jeweils 7 Blätter) sind vollständig vorhanden.
Verlag Fr. Preuss (FPR), Berlin
Bei dem Frage- und Antwortspiel „Lichtra“ ist die Elektrizität mit im Spiel. Mit Hilfe vorgestanzter Schablonen und elektrischer Stecker gilt es, spielerisch sein Wissen zu überprüfen. Wenn die Frage- und Antwortkombination richtig ist, schließt sich der festgelegte Stromkreis durch die Steckverbindungen und ein farbiges Lämpchen leuchtet auf und bezeugt im wahrsten Sinne des Wortes: Man ist helle!
„Lichtra“ wurde 1910 auf der Leipziger Messe herausgebracht. Alle möglichen Wissensgebiete und auch Fremdsprachen konnten mit diesem Spiel erlernt werden.
https://www.energiegeschichte.de/de/meg-energiegeschichte/energiethemen/spielzeug.html
7.2 Ein Licht geht auf
7.3 Rechenmax (zwei Versionen)
E. Kuhlemann, Lernmittelverlag Göppingen Württ.
Nur wenige Informationen gibt es über den Lernmittelverlag E. Kuhlemann. Im Sortiment gibt es ein weiteres Lernmittel für den Erstlese-Unterricht.

7.4 Arithmetische & geometrische Belustigungen
7.5 Wir beflaggen die Welt
Herbert’s geographische Spiele
7.6 Strategic Rallye
Die recht gut erhaltene Spielschachtel enthält den Spielplan (Weltkarte mit 67 Städten) sowie ein Fähnchen für jede Stadt, sechs farbige für die Mitspieler sowie ein Ziel-Fähnchen. Leider sind keinerlei Informationen über den Spielablauf enthalten in auch im Internet sind nur sehr wenige z.T. widersprüchliche Angaben zu finden.
J.A.I. AERTS
Außer Publisher Aerts sind keine weiteren Angaben zu finden.
https://boardgamegeek.com/boardgame/65897/strategic-rallye
8 Geschicklichkeitsspiele
8.1 NI-NA-KO !
Für NI-NA-KO ! Neues höchst unterhaltendes Gesellschafts-Spiel für Jung und Alt sind keinerlei Informationen Autor, Verlag oder Herstellungsjahr betreffend zu finden. Das Spiel ist vollständig erhalten mit größeren Schäden an der Spieleschachtel. Die Spielgeräte - Schaufeln, Becher und Kugeln - sind in gutem Zustand.
8.2 Fisch-Angel-Spiel für Alt und Jung
Im Internet wurde ein Angelspiel “Für Alt und Jung”, 49x10 cm, Holz, um 1900, komplett angeboten. Das vorhandene Exemplar ist mit 12 Fischen und drei Angeln vollständig. Einige Fische weisen leichte Beschädigungen (fehlende Flossen auf). Das Spiel ist jedoch voll funktionsfähig und setzt eine ruhige Hand voraus.
8.3 Rola Kugelspiel, Tischflipper
Im Internet wird ein Rola Kugelspiel, Tischflipper angeboten (ohne Kugeln):
Rola Kugelspiel um 1920 D.R.P. 486405, Tischflipper. Hersteller verm.: Hupfeld - Gebr. Zimmermann Akt.-Ges. Leipzig
Gesellschafts und Kneipenspiel, 1920er Jahre. Die Kugel wird mittels Federmechanismus in die Spielfläche geschossen. Mit dem Hebel unten kann man die Richtung der Kugel beeinflussen und diese durch die Tore oder Löcher des Spielfeldes befördern und so Punkte sammeln.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/rola-d-r-p-486405-kugelspiel-tischspiel-spiel-1920/2865578109-240-4246
Offensichtlich gab es neben dieser Tischversion auch noch einen große Version als Spieltisch:
Der billardartige Spieltisch von 1929 trägt den Namen Rola. Hergestellt wurde er in Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig. Auf dem Spiel selbst ist zu lesen:“Hupfeld - Gebr. Zimmermann Akt.-Ges. Leipzig”. Die Popularität des Rola war so groß, daß in den 30er Jahren in einigen Städten sogar eigene “Rola”-Clubs gegründet wurden, die sich ganz dem Spiel mit dem Rola widmeten.
https://murmelwelt.de/rola1.html

Das Exemplar in der Spielesammlung stammt aus einem Antikmöbel-Geschäft in der Kapuzinerstraße in München. Es entspricht der Tischversion des Kugelspieles. Es ist gut erhalten, voll funktionsfähig, in der Schublade befinden sich drei weiße und zwei rote Kugeln. Bei intensiver Benutzung hat es auch seine Eignung als Kneipenspiel bewiesen.
Ludwig-Hupfeld
Seine Klavierautomaten eroberten die Salons der Welt: Ludwig Hupfelds Imperium in Leipzig.
Unter den in Leipzig ansässigen Firmen nahm diese eine Spitzenstellung ein. Mit rund 1500 Beschäftigten im Jahre 1912, einem riesigen Produktionsspektrum sowie eigenem Großhandel zählte der Betrieb zu den weltweit größten dieser Art.
Ludwig Hupfeld bewies Ende des 19. Jahrhunderts größtes kaufmännisches Geschick und ein gutes Gespür für zukunftsträchtige, neu entwickelte Produkte. Durch Aufkauf der Firmen von J.M. Grob & co. und R. Frömsdorf & co. mit Übernahme des äußerst fähigen Personals gründete er sich die Basis für ein erfolgreich agierendes Unternehmen. Als Geschäftszweige betrieb man eine Großhandlung für mechanische Musikinstrumente sowie auch deren Herstellung. […] Klaviere bildeten auch die Grundlage für die reiche Produktionspalette an Orchestrions. Diese gab es in zahlreichen Modellen; sie erfuhren stete Veränderungen, bis hin zu Jazzband-Orchestrions in den 1920er Jahren. Von größtem Nutzen waren zudem die Apparate zum schnellen Notenrollen-Wechsel. Schließlich erregte Hupfeld weltweites Erstaunen mit seiner als „Achtes Weltwunder“ gepriesenen „Violina“, einem Geigen-Automaten mit umlaufendem Rosshaar-Bogen. Im Jahre 1911 eröffnete Hupfeld ein hochmodernes, nach allen neuesten Standards ausgestattetes Werk in Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig. Im Weltadreßbuch von Paul de Wit 1912 inserierte die Firma nun ganz zu Recht: „…weitaus größte Fabrik Europas und ältester Großbetrieb in Klavierspielinstrumenten. 58 goldene Medaillen und höchste Prei 3 se, über 100 Patente und Schutzrechte“. Bis heute werden in den Gebäuden Klaviere produziert; inzwischen trägt die anliegende Straße den Namen Hupfelds.
Hupfeld brachte sein Riesenunternehmen über die schweren Zeiten des I. Weltkrieges und produzierte in den 1920er Jahren nochmals in großer Stückzahl pneumatische Klaviere, Orchestrions und Notenrollen. 1925 fusionierte er mit Gebr. Zimmermann. Doch das Ende des Zeitalters der mechanischen Instrumente vermochte man auch dadurch nicht aufzuhalten, und so stellte man Grammophone und Radios, die Unterhaltungstechnik der Zukunft, her. Der Bau mechanischer Instrumente wurde irgendwann zwischen 1933 und 1939 vollkommen aufgegeben, statt dessen entstanden hier Möbel, Tischbillards und Flugzeugteile sowie auch Handspiel-Klaviere und Flügel.
http://www.hupfeld-leipzig.de/ludwig-hupfeld-ag-4.html
8.4 Baumschießen „Ball ab!“
Zu dem Unterhaltungs- und Gesellschaftsspiel für jedes Alter passend mit dem Titel Baumschießen „Ball ab! sind keine weiteren Informationen verfügbar. Das gilt auch für die angegebene Bezugsquelle. Das Exemplar in der Spielesammlung ist recht gut erhalten. Das für 2-6 Teilnehmer gedachte Spiel enthält 1 großen und 15 kleine Zelluloidbälle sowie 6 große und 24 kleine Beinmarken in sechs verschieden Farben (Flohspiel) und ist damit vollständig. Lediglich der große Zelluloidball weist eine Verformung auf.
8.5 Hütchenspiel
Auch vom ABC-Verlag wurde ein Spiel verlegt, bei dem nit Hilfe von Wurfbrettchen(Hände) Hütchen auf iine durchlochte Platte geschleudert werden. Das ist - bis auf die üblichenSchäden am Schachteldeckel - gut erhalten und vollständig.
ABC-Verlag,
Geschichte: Bis Ende des 1. Weltkriegs: Produktion von Briefmarkenspielen (Famos) … 1918/19 (kurz nach dem Ersten Weltkrieg) begann Tietz und Pinthus mit der Produktion von Spielen in Magdeburg; 1922/3 Verlagerung der Firma nach Nürnberg, Wechsel der Marken zu (zusätzlich) ‘ABC Verlag’. 1938 wurde die Firma von Georg Reulein (seit 1907 Distributor für Tietz und Pinthus) gekauft - ein paar Monate zuvor zwang die Regierung andere jüdische Besitzer [Spear, Klee …], ihre Firmen / Lebenswerke für ein Taschengeld zu verkaufen, genannt Arisierung („Entjudung“ nannten die Nationalsozialisten die Verdrängung von Juden und „jüdischen Mischlingen“ aus Handel, Gewerbe, Wohnungen, Häusern und Wissenschaft im Sinne der Nürnberger Gesetze.); Das Logo ABC wurde noch benutzt, aber das Logo ‘Reulein’ wurde angehängt. Der ehemalige Besitzer Willi Pinthus emigrierte in die Schweiz; zusammen mit einem anderen jüdischen Geschäftsmann gründete er 1939 Carlit (Cartonagen und Lithographien) 1946 beginnt die Neuproduktion mit einem neuen Logo “Noris” Noris Spiele
Richard Borrmeister
Richard Borrmeister (* 18. Juni 1876 in Gevelsberg; † 24. August 1938 in Nürnberg) war ein deutscher Genre- und Silhouettenmaler.
Über seine künstlerische Ausbildung gibt es keine Angaben. Borrmeister war zunächst in Berlin, ab 1923 in Nürnberg tätig.
Für den Berliner Hermann-Wolff-Verlag schuf er neben den Postkartenbildern auch Schattenrisse im Stil der damals populären Scherenschnitte. Er verfasste auch zwei illustrierte Kinderbücher.
https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Borrmeister
8.6 Plumps
Plumps - ein gut erhaltenes Geschicklichkeitsspiel mit einem Kreisel.
Omnia Verlag München
Gegründet 1946 durch Anton Dumbser, ein ehemaliger Mitarbeiter des Otto Schönstein Verlages. Herstellung von Spielzeugen und verschiedenen Stereoserien. Insolvenz durch Überschuldung nach dem Tod von Anton Dumbser in 1950.
https://optical-toys.com/index.php/de/hersteller_details/omnia-
9 Bau- Konstruktionsspiele
9.1 Der Tausendkünstler und ???
Im Internet werden gelegentlich unvollständige Spiele angeboten, z.B. wenn nur noch eine interessante Schachtel oder ein Holzkasten vorhanden ist, deren Inhalt aber fehlt und daher öfters zur Aufbewahrung eines anderen Spiels benutzt wurde.


F. Wilhelm Döring war ein Spielwarengeschäft in Karlsruhe mit zeitweise eigener Produktion. Offiziell wurde der Spielwarenhandel von Friedrich Wilhelm Döring 1831 gegründet, die Geschichte geht aber bis 1796 zurück. Nach mehr als 200 Jahren kam es 2013 zum Ende.
Erste Beilagen sind zu Gesellschaftsspielen (wohl mehrheitlich von Ravensburger), ab 1898 gibt es eine weitere Beilage mit Beschäftigungsspielen von Julius Stief.


Beim Sammlungsexemplar ist offensichtlich ein Original Tausendkünstler-Holzkasten (Julius Stief) mit einem Konstruktionsspiel eines unbekannten Herstellers befüllt worden. Einige Holzteile sind gebrochen, die Ergänzungsteile für einige Vorlagen unvollständig.
9.2 Matador
Vorhanden ist in ein Matador 1 Baukasten, der aus den 30er Jahren stammen dürfte.
Matador, Ing. Johann Korbuly
Zur Geschicht der Matador Baukasten gibt es eine umfangreiche Literatur (siehe auch https://www.murinsel.at/matador/deutsch/Geschichte.html )
9.3 Clou
Im Internet gibt es einen Hinweis auf ein von Gebr. Schmid Gescha Patentspielwaren-Fabrik in Nürnberg hergestellten und als kleinsten Metallbaukasten der Welt beworbenes Spiel.

Baukästchen aus vier Lochbändern, diversen Blechkästchen, Holzstäbchen und Pappscheiben in Gestalt einer Streichholzschachtel. Die Schachtel soll als ‘Der kleinste Metallbaukasten der Welt’ vermarktet worden sein. Dabei dürfte er mehr Holz- und Pappteile als Metallteile beinhalten. Auf der Rückseite der Schachtel befindet sich Werbung für schwedische Sicherheitszündhölzer, die offenbar auch in einer deutschen Niederlassung hergestellt wurden. Möglicherweise wurde der Baukasten also nur als Werbegeschenk der Zündholzfabrik hergestellt. Echte Reibeflächen hat die Papphülle übrigens nicht.
Zustand: bespielt, nicht ganz vollständig, so fehlt eines von vier Holzrädern. Die Metallteile dürften aber vollzählig sein.
https://www.baukastensammler.de/php/dbartikzeig.php?katnr=M-GES1&bkmenue=ja&aktzeile=Clou
Die kleine Zündholzschachtel mit dem dem kleinste Metallbaukasten der Welt befand sich im Innern des oben beschriebenen Matador-Baukasten. Auch hier dürften die Metallteile vollständig sein; einige Holzstäbchen sind gebrochen und müssten ersetzt werden.
Gescha Patentspielwaren-Fabrik, Nürnberg
Die Gebrüder Max und Ludwig Schmid gründeten ihr Unternehmen 1923 in der Fürther Straße 80a. Den Firmennamen leiteten sie aus GEbrüder SCHmid ab. […] Lange bevor Gescha mit eigener Produktlinie auf dem Markt kam, ließ sich Max Schmid bereits 1929 das Patent für seine “Junior Kinder-Schreibmaschine” eintragen. Ein Artikel der aber erst ab 1936 produziert wurde und wesentlich zum Aufschwung des Unternehmens beitrug.
Wahrscheinlich der Urahn aller ferngesteuerten Modellautos erschien ca. 1935. Es war das “Auto-Six”, dass ab 1956 auch als “Electro Six-Mobil” angeboten wurde. In dieser Version mit Distler Motor konnten sechs verschiedene Fahrfiguren “programmiert” werden. Ein ebenfalls aus 1935 stammendes Patent für ein Wendeauto, dass bei Erreichen der Tischkante die Richtung wechselte und somit nicht herunter fallen konnte, wurde im August selben Jahres an den Nürnberger Mitbewerber Schreyer & Co. (Schuco) verkauft. Diese vertrieb das Modell erfolgreich unter dem Namen “Patent Motor Car”.
https://www.nuernberginfos.de/traditionsfirmen-aus-nuernberg/gescha-patentspielwaren.php
9.4 Richter’s Landhausbaukasten
Im Internet wird ein offensichtlich ziemlich vollständiger Richter’s Landhausbaukasten 301 Celle angeboten. https://www.ebay.de/itm/296465632360
Das vorhandene Exemplar ist unvollständig, der Schachteldeckel wurde geleimt.
9.5 Lustige Tiere
Im Internet ist ein Hinweis auf Lustige Tiere zu finden:
“Lustige Tiere Legespiel für Kinder F Ad Richter Anker Mosaik um 1910” Originales, vollständiges Legespiel, von F.Ad. Richter & Cie, Rudolstadt in Thüringen, ca. um 1910.
mit zwei Heften
Erhaltung: ein Stein leicht beschädigt, Ecken und Kanten des Schachteldeckels etwas aufgeschabt, Deckel leicht fleckig, ansonsten gut.
Beim Spielesammlungexemplar sind beide Vorlagenhefte vollständig vorhanden; einige wenige Steine sind gebrochen oder fehlen.
F.AD.RICHTER & CIE.
Inspiriert durch Fröbels Holzbausteine entwickelten die Brüder Lilienthal 1875 eine Rezeptur zur Herstellung von Mineralbausteinen. Diese Bausteine wurden aus einer Mischung von Quarzsand, Kalk und Leinölfirnis gepresst. Auf der Suche nach dem echten Baugefühl fanden die Luftfahrtpioniere eine Alternative zu instabilen Holzbausteinen. Der erste Steinbaukasten überzeugte durch seine natürliche Haptik: Aufgrund von Präzision, Eigengewicht und Struktur können auch große Gebäude ohne Bindemittel gebaut werden. Da die Brüder Lilienthal mehr kreative Genies als Vermarktungstalente waren, verkauften sie hoch verschuldet das Rezept für ihre Bausteine an den Universal-Unternehmer Friedrich Adolf Richter. Der Fabrikant errichtete 1880 ein neues Gebäude in Rudolstadt für die Produktion von „Richters Anker-Steinbaukästen“. Parallel dazu etablierte er eine Kunstanstalt, in der Künstler, Illustratoren und Architekten Bauvorlagen für die Baukästen erstellten. So entstand das erste Systemspielzeug der Welt. Diese Baukästen wurden zunächst als „Patent-Baukästen“ mit der Bildmarke eines roten Eichhörnchens vertrieben, und der Siegeszug der Ankersteine begann. 1884 brachte Richter die ersten Serien mit vier verschiedenen Steinbaukästen auf den Markt. Diese wurden auf verschiedenen Ausstellungen präsentiert und gewannen zahlreiche Auszeichnungen. Schon ein Jahr später konnte Richter stolz in einem Katalog darauf verweisen, dass seine Anker-Bausteine insgesamt 15 Goldmedaillen gewonnen hatten. Richter setzte auf eine damals einmalige Anzeigen- und Werbekampagne, die das neue Spielzeug schnell bekannt machte. Er war einer der ersten in Deutschland, der großflächig bunte Werbung verwendete, Lösungen zu Knobelaufgaben separat verkaufte und Prachtausgaben herausgab. Schon bald verließen über 40.000 Anker Steinbaukästen die Fabrik in Rudolstadt , die ab 1895 unter dem Logo des Ankers vertrieben wurden. Es folgten Niederlassungen und Zweigbetriebe in Wien, St. Petersburg, London und New York. Der Marketingexperte Friedrich Adolf Richter konnte für seine Anker-Bausteine auf Lobeshymnen von berühmten Persönlichkeiten wie Thomas A. Edison oder dem US-Präsidenten Stephen Grover Cleveland verweisen. Als Richter 1910 starb, hinterließ er ein Imperium in voller Blüte, mit Niederlassungen in ganz Europa und den USA. Die Stamm-Fabrik in Rudolstadt beschäftigte zu dieser Zeit 649 Arbeiter.
https://anker-bausteine.de/staunen/marken-und-manufakturgeschichte/
9.6 Mosaik
Mänicke & Jahn / Leipzig
In der Geschichte des Rudolstädter Buchdrucks und Verlagswesens, die 1663 mit der von Kaspar Freyschmidt eröffneten gräflich-schwarzburgischen Hofbuchdruckerei beginnt, nimmt “Mänicke & Jahn” eine beachtenswerte Stellung ein. Unter diesem Namen firmierte der 1871 von dem Rudolstädter Buchdrucker Hermann Stroh als Zeitungsverlag (Rudolstädter Zeitung) und Akzidenzdruckerei in der Alten Straße 5 gegründete Betrieb, nachdem er im Herbst 1891 in den Besitz des Schriftstellers Bernhard Mänicke und des Buchdruckers Karl Jahn übergegangen war. Der neue Besitzer, an den Mänicke seinen Zeitungsverlag und die Druckerei 1905 verkaufte, war Hugo Werth. Dieser behielt den bisherigen Namen bei und leitete das Unternehmen (nach 1919 zwischen Mangelgasse und Stiftsgasse gelegen) bis zu seinem Tode 1930. Ihm gelang es nicht nur, die von “Mänicke & Jahn” gedruckte und verlegte Rudolstädter Zeitung zur meistgelesenen Tageszeitung in Schwarzburg-Rudolstadt zu machen, sondern vor allem ein zuverlässiger und leistungsfähiger Auftragnehmer für zahlreiche der anspruchsvollsten und bekanntesten Kulturverlage in Deutschland sowie im deutschsprachigen Ausland zu werden.
https://www.rudolstadt.de/stadt/aktuelles/meldung/3015-3015-ausstellung-zu-verlag-und-druckerei-maenicke-jahn-im-alten-rathaus
10 Japanische Puppenstube
TAMAYANA, SEL.
Im Internet lässt sich nur ein Hinweis aus ein Bilderwürfelspiel finden, das das Label TAMAYANA, SEL. trägt. https://picclick.co.uk/Vintage-Puzzle-Cube-Blocks-Picture-Tofit-Tamayama-395296327056.html








































































































